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Klangdichte und Beständigkeit: Catastrophe & Cure festigen Vöcklabrucks Rolle als Kulturstandort

Gemeindereporter Robert Wetzlmayr, 02.02.2026 13:34

VÖCKLABRUCK. Wenn die Verstärker glühen und das Budget schmilzt: Catastrophe & Cure verwandelten das OKH Vöcklabruck in ein pulsierendes Klangzentrum. Erfahren Sie, warum dieses Konzert mehr war als nur Rock – es war eine Kampfansage an die wirtschaftliche Tristesse und ein Beweis für die Kraft des Ehrenamts. Entdecken Sie die Magie von „the end of radio“ und warum Vöcklabruck trotz Sparzwang kulturell in der ersten Liga spielt. Ein Bericht über Klangwände, Handwerk und Leidenschaft.

  1 / 3   Catastrophe & Cure während ihres Konzerts auf der Bühne des OKH Vöcklabruck (Bildrechte: Robert Wetzlmayr)

 

Die Barockstadt mag finanziell im Härteausgleich stehen, doch im Offenen Kunst- und Kulturhaus (OKH) Vöcklabruck herrscht musikalische Hochkonjunktur. Wer am Samstagabend im Saal stand, spürte jene vertraute Atmosphäre, die nur entsteht, wenn eine Band bereits zum dritten Mal einkehrt und die Bühne als ihr zweites Wohnzimmer begreift. Das OKH hat sich in seinem Bestehen als Location etabliert, die erfolgreich die geografische und kulturelle Lücke zwischen dem Rockhouse Salzburg und dem Posthof Linz schließt – eine Form der regionalen Nahversorgung, die in ihrer Bedeutung für das Umland direkt mit dem Kulturverein Kino Ebensee vergleichbar ist.

Ein-Mann-Orchester mit Tiefgang

Den Abend eröffnete Markus Gansberger mit seinem Projekt „the end of radio“. Als Multiinstrumentalist jonglierte er mit einer beeindruckenden Souveränität zwischen Gitarre, Gesang, E-Bass und Keyboards. Sein Stil ist bemerkenswert eigenwillig; die technische Vielseitigkeit dient hier nicht dem Selbstzweck, sondern lässt die Persönlichkeit des Künstlers in jeder Nuance durchscheinen. Es ist Musik, die ehrlich und tiefgründig nachhallt.

Die Wand aus Sound

Catastrophe & Cure, 2009 in Oberösterreich gegründet, präsentierten sich als kraftvolles Rockquartett in klassischer Besetzung - Lead, Rhythmus, Bass und Schlagzeug - und haben sich über konsequente Radiopräsenz und eindringliche Live‑Auftritte eine gewichtige Stellung in der heimischen Indie‑Szene erarbeitet.

Der Drummer legte ein sattes, unaufgeregtes Fundament, während die Gitarren üppige, vielschichtige Texturen entfalteten; gezielte Effekte und präzises Spiel schufen zugleich Raum und Griff. Besonders ins Ohr ging der Harmoniegesang von Bassist und Rhythmusgitarrist, der den Melodien eine wohlige Tiefe und fühlbare Kontur verlieh.

Oft dem Shoegaze zugeordnet, ohne sich den damit verbundenen introvertierten Klischees zu unterwerfen, kombinierten sie hallverhangene Texturen mit einer überraschend präsenten Bühnenperformance: Intensität statt Selbstbezogenheit, große Refrains statt in sich gekehrter Versenkung. Johannes Eders Stimme artikuliert narrative Dringlichkeit - mal lakonisch verwundet, mal pathetisch zugespitzt - und trägt Songs, die zwischen unmittelbarer Eingängigkeit und kontrollierter Melancholie oszillieren.

Als Abschluss eines energiegeladenen Sets bedankte sich das Publikum mit drei Zugaben, ein klares Signal dafür, dass diese Band radiotaugliche Hymnen schreibt, die live echte Wirkung entfalten.

Kultur als Standortfaktor

Ein interessanter Nebenpunkt: Vöcklabruck wird aktuell als „Abgangsgemeinde“ geführt. Doch gerade das ehrenamtliche Engagement im OKH zeigt, dass kulturelle Attraktivität ein entscheidender Standortfaktor für Wirtschaftsbetriebe bleibt, um Fachkräfte in der Region zu halten. Kulturbegeisterte sichern hier jene Lebensqualität, die in wirtschaftlich engen Zeiten oft als Erstes zur Disposition steht.

Am 5. Februar 2026 bittet Austrofred zur Audienz.  Karten gibt es online. 


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