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SEEWALCHEN. Julia fährt beim Roten Kreuz regelmäßig Rettungseinsätze gemeinsam mit ihrem Partner Michael. Zum Valentinstag erzählen die beiden von der Ortsstelle Seewalchen, wie ihr Engagement beim Roten Kreuz ihre Beziehung verändert hat.

Julia Koller und Michael Dorfinger engagieren sich gemeinsam beim Roten Kreuz (Foto: OÖRK/BST Vöcklabruck)

Michael hatte 2017 in Niederösterreich seinen Zivildienst beim Roten Kreuz absolviert. Nach seinem Umzug vermisste er die Gemeinschaft. Auf der Suche nach neuen Kontakten lernte er Julia kennen und fand durch sie den Weg zur Ortsstelle Seewalchen. „Das Rote Kreuz hat mir gefehlt. Die Dienste und das Miteinander wollte ich nicht aufgeben“, erinnert sich Michael. 2020 folgte Julia ihrem Partner zum Roten Kreuz, ermutigt durch ihre beste Freundin und Michaels Begeisterung. Anfangs hatte sie Zweifel. „Nadeln und Blut waren absolut nichts für mich. Ich dachte wirklich, ich kann das nicht“, sagt sie. Doch sie überraschte sich selbst. „Man gewöhnt sich schnell daran, und es hat mir richtig Spaß gemacht, Menschen zu helfen.“

Respekt als Grundlage der Zusammenarbeit

Die Ausbildungszeit war für Julia herausfordernd. Michael hatte mehr Erfahrung und im Einsatz das letzte Wort. „Es war schwierig, mich unterzuordnen. Aber wir haben viel geredet“, erzählt sie. Offenheit, Lernbereitschaft und gegenseitiger Respekt machten sie zu einem eingespielten Team. Die Patienten stehen dabei immer an erster Stelle.

Konflikte bleiben im Dienst. „Nachbesprechungen sind uns sehr wichtig“, betont Michael. „Wir fragen uns: Wie hast du mein Handeln wahrgenommen? Was würdest du anders machen?“ Diese Offenheit stärkt das Vertrauen.

Mittlerweile fahren die beiden etwa einmal pro Woche gemeinsam Dienst. In diesen zwölf Stunden lernen sie Seiten aneinander kennen, die im Alltag oft verborgen bleiben. Michael schätzt Julias Ruhe im Umgang mit Menschen, Julia wiederum weiß genau, wie sie ihn in stressigen Situationen unterstützen kann.

Was sie antreibt, ist der Wunsch zu helfen. „Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich jemandem in Not beistehen kann“, sagt Julia. Für Michael ist der Rettungsdienst ein Ausgleich zu seinem Beruf als Eventtechniker und zugleich ein wichtiger sozialer Anker.

Am Valentinstag zeigt sich: Liebe bedeutet nicht nur füreinander da zu sein, sondern gemeinsam für andere.


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