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Atemzüge der Unsterblichkeit: Saxofour und der Triumph des langen Atems im OKH

Gemeindereporter Robert Wetzlmayr, 14.02.2026 13:46

VÖCKLABRUCK. Zum 35-Jahr-Jubiläum kehrte Saxofour dorthin zurück, wo 1991 alles begann – ins restlos ausverkaufte OKH Vöcklabruck. Zwischen virtuosem Jazz, trockenem Slapstick und überraschenden Momenten zeigte das Quartett, wie zeitlos diese Musik sein kann.

thursdays4jazz im OKH Vöcklabruck (Bildrechte: Robert Wetzlmayr)
  1 / 5   thursdays4jazz im OKH Vöcklabruck (Bildrechte: Robert Wetzlmayr)

Vöcklabruck ist ein unwahrscheinlicher Ort für ein Epizentrum, doch im großen Saal des Offenen Kunst- und Kulturhauses (OKH) herrschte am vergangenen Donnerstag genau jene Dichte, die man sonst nur aus verrauchten New Yorker Clubs der Glanzzeit kennt. Saxofour, das österreichische Flaggschiff der Bläser-Moderne, bat zur Audienz. 35 Jahre nach ihrer Zeugung – 1991, während der Austria Jazz Tage im Bezirk Vöcklabruck – bewies das Quartett, dass Beständigkeit im Jazz kein Alterswerk ist, sondern ein Destillat aus purer, unkorrumpierter Spielfreude.

Die Dramaturgie des Abends war eng mit der regionalen Topografie verwoben. Florian Bramböck, Klaus Dickbauer, Christian Maurer und Wolfgang Puschnig lieferten weit mehr als eine nostalgische Retrospektive. Ihr Programm „The Rhythm of the World“ fungierte als narratives Rückgrat einer Darbietung, die technische Perfektion mit einer fast schmerzhaft trockenen Komik verband. Zwischen den hochkomplexen Arrangements blitzte immer wieder jener Slapstick auf, der Saxofour seit Dekaden auszeichnet. Ob beim choreografierten „Männerballett“ durch den Instrumenten-Parcours oder bei lakonischen Dialogen, die die Dynamik einer jahrzehntelangen künstlerischen Ehe sezierten: „Seit dreißig Jahren sagst du mir immer, was ich falsch mache!“, klagte einer der Musiker resigniert, nur um die prompte, messerscharfe Korrektur zu ernten: „Seit einundreißig!“

Dass dieser Abend akustisch so brillant im Gehörgang landete, war Florian Wacha zu verdanken. Dass der Bassist der Alternative-Metal-Formation Vertilizar am Mischpult saß, erwies sich als glückliche Fügung. Mit einer für sein eigentliches Genre ungewöhnlichen Sensibilität meißelte er die feinen Nuancen der Saxofone aus der Luft. Es ist bezeichnend für die kuratorische Breite des OKH, dass hier Metal-Know-how auf die intellektuelle Elite des Jazz trifft. Diese Symbiose unterstreicht den Erfolg des Hauses, das erfolgreich die Lücke zwischen dem Rockhouse Salzburg und dem Linzer Posthof schließt – analog zum Kulturverein Kino Ebensee als kulturelle Lebensversicherung abseits der Metropolen.

Nächster Termin im OKH Vöcklabruck

Am Freitag, 27. Februar gastieren Erwin & Edwin mit Brass-Electro im OKH Vöcklabruck. 

 


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