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Starke Erwärmung der Flüsse im Bezirk Vöcklabruck

Emma Salveter, 26.02.2026 13:41

BEZIRK VÖCKLABRUCK. Eine neue Studie des Landes Oberösterreich zeigt eine deutliche Erwärmung der Fließgewässer im Bezirk Vöcklabruck binnen 40 Jahren. Die Langzeituntersuchung belegt steigende Wassertemperaturen und macht die Folgen des Klimawandels für die Fischfauna sichtbar.

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder informiert über die Gewässererwärmung im Bezirk (Foto: Land OÖ)

Eine aktuelle Untersuchung des Landes Oberösterreich analysierte die langfristige Entwicklung der Wassertemperaturen in oberösterreichischen Fließgewässern. Grundlage waren Messdaten von 61 Pegelstationen im gesamten Bundesland im Zeitraum von 1984 bis 2023. Ziel war es, die Erwärmung zu dokumentieren und die Auswirkungen auf die Fischfauna einzuschätzen.

Im Bezirk Vöcklabruck zeigen die ausgewerteten Messstellen folgende Entwicklungen:

Ager, Dürnau: +1,16 Grad CelsiusAger, Raudaschlsäge: +1,49 Grad CelsiusAger, Schalchham: +0,91 Grad CelsiusSeeache, See am Mondsee: +2,31 Grad CelsiusVöckla, Timelkam: –1,78 Grad CelsiusVöckla, Vöcklabruck: +1,00 Grad Celsius

Die Messstelle in Timelkam ist die einzige mit einer negativen Temperaturentwicklung. Hintergrund sind frühere industrielle Wärmeeinleitungen eines Kohlekraftwerks, das im Jahr 2008 stillgelegt und durch ein Gas- und Dampfkraftwerk ersetzt wurde.

„Diese Zahlen machen die Klimaerwärmung in Oberösterreich besonders sichtbar und begreifbar. Sie stehen für Hitzedruck in den Gewässern, für weniger Sauerstoff im Wasser und dafür, dass vertraute Arten verschwinden können“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

Maßnahmen gegen die Erwärmung der Flüsse

Die Studie unterstreicht den Handlungsbedarf. Entscheidend seien Maßnahmen, die rasch wirken und langfristig stabilisieren – insbesondere dort, wo sich Flüsse stark aufheizen.

Mehr Schatten entlang der Ufer durch Bäume und Sträucher könne das Wasser spürbar kühlen. Ebenso wichtig seien mehr Raum und Struktur im Flussbett. Wenn Flüsse wieder mehr Platz erhalten, entstehen kühlere Rückzugsorte. Zudem brauche es freie Wege für Fische und andere Wasserlebewesen. Wo Barrieren beseitigt werden, können Arten ausweichen, wandern und sich erholen.

„In Oberösterreich haben wir bereits viele Renaturierungsprojekte umgesetzt. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung unserer Flüsse: Das Tempo der Klimakrise lässt uns keine Pause. Der Klimawandel ist auch in unseren Gewässern angekommen. Genau deshalb müssen wir jetzt konsequent an der Verbesserung der Gewässerökologie arbeiten. Renaturierung ist nicht nur eine Lebensversicherung für kommende Generationen, sie hilft auch, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, so Kaineder.


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