Attersee soll die Ager kühlen: Jetzt wird die neue Leitung gebaut
SCHÖRFLING. Fünf Grad kaltes Tiefenwasser soll künftig die Ager an heißen Tagen kühlen. Jetzt starten die Bauarbeiten für eine 1.400 Meter lange Seeleitung und eine unterirdische Pumpstation.

Aus der Tiefe des Attersees soll künftig Abkühlung für die Ager kommen: Eine neue Leitung wird rund 1.400 Meter weit in den See führen und Wasser aus etwa 50 Metern Tiefe ansaugen. Das Projekt des Wasserreinhaltungsverbandes Lenzing – Lenzing AG geht nun in die Bauphase. Die Vorbereitungen laufen, im Oktober stehen die Baustelleneinrichtung und erste Bauarbeiten auf dem Programm.
Zwei Pumpen holen kaltes Wasser aus der Tiefe
Zwischen dem Bahnhof Kammer-Schörfling und dem Agerufer entsteht eine unterirdische Pumpstation. Zwei Pumpen sollen dort das etwa fünf Grad kalte Seewasser über eine weitere Leitung bis zu einem Auslaufbauwerk vor der Gehwegbrücke über die Ager fördern.
Dort wird das Wasser über kleinere Düsenrohre gleichmäßig über die gesamte Flussbreite verteilt. Die Düsen geben es in Fließrichtung ab und bleiben auch bei niedrigen Wasserständen unter der Oberfläche. Die gleichmäßige Einleitung und das dahinterliegende Klauswehr sorgen dafür, dass sich kaltes Tiefenwasser und wärmeres Oberflächenwasser vermischen.
Die Ansaugvorrichtung im See wird mit Schutzgittern gesichert. Laut Projektangaben soll sie durch die geringe Ansaugkraft für Fische, Fischernetze, Taucher und Boote ungefährlich sein.
Kühlung nur an besonders heißen Tagen
Die Anlage soll voraussichtlich nur an einigen Hochsommertagen im Jahr laufen. Vorgesehen ist der Einsatz, sobald die Wassertemperatur im Auslaufbereich des Attersees mindestens 24 Grad erreicht. Die Abkühlung soll helfen, kritische Temperaturspitzen in der Ager zu vermeiden und empfindliche Fischarten zu schützen.
Die Abflussmenge aus dem Attersee wird dadurch nicht verändert: Ein Teil des wärmeren Oberflächenwassers wird durch kühles Wasser aus der Tiefe ersetzt.
Probebetrieb im April 2027 geplant
Nach der Freimachung des Baufeldes im September folgen im Oktober der Baustart und die Gründungsarbeiten für die Pumpstation. Für November und Dezember ist der Rohbau vorgesehen, von Jänner bis März stehen Innenausbau und Elektroarbeiten an.
Für die Leitungsverlegung sind unter anderem Schweiß- und Grabungsarbeiten notwendig. Hinterfüllung und Räumung des Bauplatzes sind zwischen Februar und April 2027 geplant. Im April sollen schließlich der Probebetrieb und die Außengestaltung erfolgen.








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