Armutsnetzwerk Vöcklabruck warnt vor sozialen Kürzungen
VÖCKLABRUCK. Steigende Lebenshaltungskosten und Kürzungen bei Sozialleistungen verschärfen die Lage armutsbetroffener Menschen. Das Armutsnetzwerk Vöcklabruck appelliert an die Politik, nicht bei sozial benachteiligten Menschen zu sparen. Besonders Frauen und junge Menschen seien zunehmend von finanziellen und psychischen Belastungen betroffen.

Laut EU-SILC-Daten für 2025 sind österreichweit 15,9 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Im Bezirk Vöcklabruck betrifft das rund 22.300 Menschen. Auch regionale Sozialeinrichtungen verzeichnen eine steigende Nachfrage. Die Notschlafstelle des Mosaiks, das Quartier 16 der Franziskanerinnen und das Frauenhaus sind stark ausgelastet. Gleichzeitig nehmen Beratungen wegen drohender Wohnungslosigkeit, finanzieller Schwierigkeiten und häuslicher Gewalt zu.
Sozialeinrichtungen stark ausgelastet
Im Frauenhaus lag die Auslastung 2025 bei 98 Prozent, im Quartier 16 bei 86 Prozent. 2026 stieg die Auslastung des Quartiers bereits auf 95 Prozent. Das Mosaik verzeichnete 2025 insgesamt 4.011 Nächtigungen in der Notschlafstelle und beriet 884 Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht waren. Auch Streetwork und die Caritas Sozialberatung berichten von einem hohen Unterstützungsbedarf.
Das Armutsnetzwerk warnt vor den langfristigen Folgen sozialer Kürzungen. Ziel müsse sein, Menschen vor existenzieller Not zu schützen und ihnen rasch Wege zurück in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Zudem brauche es Orte der Begegnung ohne Konsumzwang, um sozialer Isolation entgegenzuwirken.
Ein Zeichen der Solidarität setzen regionale Betriebe: Die Pizzeria La Tana, Auerhahn, Koucina Greco, das Stadtcafé, De Michele, der Stadtwirt Bruck, Star Movie und die Lichtspiele Lenzing stellten Gutscheine zur Verfügung. Diese werden am 16. Oktober an Kunden des Sozialmarktes „Der Korb“ verlost.








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