Trotz Krebstherapie den Sommer genießen

Hits: 395
Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 19.07.2019 09:27 Uhr

VÖCKLABRUCK. Nach einer Krebstherapie wieder Kraft und Lebensenergie in der schönen Natur tanken – was liegt näher? Doch viele der während und nach der Behandlung verabreichten Medikamente haben eine im Sommer unangenehme Nebenwirkung: sie machen sonnenempfindlich. Die Experten am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck wissen jedoch, wie mit dieser Situation am besten umzugehen ist.

Die Rede ist von phototoxischen und photoallergischen Reaktionen. „Das kann wie ein klassischer Sonnenbrand aussehen oder sich als Verfärbung der Haut äußern“, erklärt Primar Klaus Wilthoner, Leiter der Abteilung für Innere Medizin im Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck. „Auch die Nägel können betroffen sein. Durch die Lichteinwirkung entsteht in der Haut eine Substanz, die die Hautzellen direkt schädigt und diese dadurch ungewohnt trocken und extrem lichtempfindlich macht. Dieser Effekt kann bis zu sechs Monate nach Abschluss der Behandlung anhalten.“ Man kann auch nicht ausschließen, dass solche Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Netzhaut verstärken, daher sollten die Augen besonders geschützt werden.

Medikamente, die phototoxische und photoallergische Reaktionen auslösen, sind die bei Chemotherapien eingesetzten Zytostatika, also Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen. Auch einige Substanzen aus der Gruppe der zielgerichteten Medikamente, der sogenannten targeted therapy, gehören dazu. Und auch die im Rahmen einer unterstützenden Therapie häufig verschriebenen Arzneimittel wie Antibiotika, Kortikosteroide oder Antidepressiva enthalten ebenso photosensibilisierende Wirkstoffe.

Vorsicht und Schutzmaßnahmen ermöglichen Aufenthalt im Freien

Für die Lichtreaktionen verantwortlich ist nicht die klassische, den Sonnenbrand verursachende UV-B-Strahlung, sondern die langwelligere UV-A-Strahlung.

Daher gilt es, sich auch bei längeren Autofahrten oder beim Aufenthalt hinter einer größeren Fensterfront zu schützen. Dazu sind Sonnenschutzmittel gegen UV-A- und UV-B-Strahlen mit mindestens Lichtschutzfaktor 20 nötig. Die Höhe des Lichtschutzfaktors richtet sich nach dem jeweiligen Hauttyp, der Sonneneinstrahlung und der Therapieart. Mittagssonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr sollte generell gemieden werden.

Auch die Kleidung kann eine wichtige Schutzfunktion einnehmen. „Sonnenhut und etwas dichter gewebte, lange und weitgeschnittene Kleidung können ebenfalls vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Ist die Kleidung nass, abgenutzt oder stark gedehnt, geht einiges an Schutzwirkung verloren“, schildert Primar Wilthoner.

Und natürlich sollte man auch an die Augen denken. Hier kann eine Sonnenbrille Abhilfe leisten. Sie sollte die Kennzeichnung 100% UV-Schutz oder UV 400 besitzen sowie vor seitlichem Lichteinfall Schutz bieten. So geschützt, ist es trotz sonnenempfindlicher Haut möglich, nach der Chemotherapie wieder Kraft in der sommerlichen Natur zu tanken.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Vorschau: Manuel Rubey kommt mit „Goldfisch“

VÖCKLABRUCK. Manuel Rubey ist mit „Goldfisch“ im Kuf-Kulturprogramm vertreten. Dieses erste Soloprogramm von Rubey wird am Dienstag, 26. Mai 2020, um 19.30 Uhr, ...

Atzbach ist zweitstärkste Wehr des FF-Abschnitts Schwanenstadt

ATZBACH. Bei der Vollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Atzbach konnte Kommandant Alfred Speigner zahlreiche Ehrengäste und auch seine Feuerwehrkameraden im Pfarrsaal begrüßen.

„Lösung für friedliche Koexistenz“

VÖCKLABRUCK. Als ereignisreich, aber auch gut bezeichnet Bürgermeister Herbert Brunsteiner (VP) das abgelaufene Jahr 2019. So konnte das Stadtmarketing als Postpartner im Stadtzentrum gewonnen ...

Alkolenker wurde zum Geisterfahrer

INNERSCHWAND. Mit 1,9 Promille im Blut fuhr ein Autolenker als Geisterfahrer auf der A1. Die Polizei konnte ihn schließlich stoppen. Der Führerschein war ihm bereits vor einem Monat in Deutschland ...

Malerhügel Attersee als Fall beim Bürgeranwalt

ATTERSEE. Die Sendung „Bürgeranwalt“ am Samstag, 25. Jänner, um 18 Uhr (ORF 2) befasst sich mit den neuen Baumöglichkeiten am sogenannten Malerhügel in Attersee. 

FPÖ sieht im Erstaufnahmezentrum Thalham ein untragbares Sicherheitsrisiko für die Region

ST. GEORGEN/A.„Das Erstaufnahmezentrum Thalham ist ein untragbares Sicherheitsrisiko für die Region. Bürger sind regelmäßig mit Randalen und Eigentumsdelikten konfrontiert. Hier ...

Kronlachner vertreibt T-Shirt Unikate mit sozialem Mehrwert

VÖCKLABRUCK. Kronlachner The Concept nahm das Maltalent von Larissa Schmid zum Anlass für eine eigene Modekollektion. Die Kooperation brachte bisher 3.202 Euro ein, die als Spende an die Lebenshilfe-Werkstätte ...

Ski Crosser Christoph Danksagmüller überzeugte bei Youth Olympic Games

MONDSEE. Christoph Danksagmüller (17) aus Mondsee hat mit Platz zehn im Ski Cross bei den Youth Olympic Games in Lausanne ein Top Resultat im stark besetzten Starterfeld erzielt.