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VÖCKLABRUCK. Während die Natur erwacht und viele Menschen die ersten Sonnenstrahlen genießen, können sich Pollenallergiker nur mäßig an dieser Jahreszeit erfreuen. Schon mit den Frühblühern wie Birke, Hasel und Erle beginnt für sie wieder die Hochsaison für laufende Nasen, tränende Augen und oft auch für allergisches Asthma. Erst mit Ragweed (Ambrosia) im Herbst endet die Saison.

  1 / 2   Rund zwei Millionen Österreicher leiden an Atemwegsallergien, überwiegend ausgelöst durch Gräser-, Getreide- und Baumpollen.Foto: Mladen Mitrinovic/shutterstock.com

Rund zwei Millionen Österreicher leiden an Atemwegsallergien, überwiegend ausgelöst durch Gräser-, Getreide- und Baumpollen. Schuld daran sind bestimmte Zucker- und Proteinstrukturen auf der Oberfläche der Pollenkörner, erklärt Primar Bernhard Baumgartner, Leiter der Abteilung für Lungenheilkunde am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck: „Trifft das Pollenkorn auf die Schleimhaut von Augen, Nase oder Rachen, so identifiziert das Immunsystem das eigentlich harmlose Antigen als gefährlich und leitet Abwehrmaßnahmen ein. Es kommt zu Entzündungsreaktionen und die Immunzellen der Schleimhaut setzen Botenstoffe wie Histamin frei. Um weiteren Immunzellen den Zugang zum Eliminieren der vermeintlichen Angreifer zu erleichtern, wird im Körper die Durchblutung erhöht und die Blutgefäße werden durchlässiger. Aus den Gefäßen gelangt Flüssigkeit in das Gewebe, es schwillt an und damit kommt es zur verstärkten Schleimproduktion, um die Allergene zu entfernen.“

Allergisches Asthma vermeiden

Dabei sind Symptome mit rinnender Nase und tränenden Augen nicht nur lästig. Greift die Allergie auf die tiefer gelegenen Atemwege über, kann auch allergisches Asthma entstehen, mit rund 70 Prozent eine der häufigsten Asthma-Formen. Es kann die Lebensqualität erheblich einschränken und unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden. Andere Betroffene entwickeln als Kreuzreaktionen auch Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel.

Allergien frühzeitig behandeln

Um schwerwiegende Folgen möglichst zu verhindern, rät der Spezialist für Lungenerkrankungen, jeden Verdacht auf eine Allergie rasch abklären zu lassen: „Auf Allergien spezialisierte Fachärzte oder Allergieambulatorien können mittels Blut- und Hauttests feststellen, welche Pollen oder anderen Stoffe die Allergie auslösen und wie diese behandelt werden kann. Wichtig ist auch ein Lungenfunktionstest, um eine Asthmaerkrankung auszuschließen.“ Je nach Diagnose legen Mediziner die medikamentöse Therapie fest.

Behandlungsmöglichkeiten

In den meisten Fällen schlägt die Behandlung mit Antihistaminika gut an. Lokal auf das Bronchialsystem wirkende Kortison-Inhalationen können außerdem die Schleimhäute schützen. „Sehr gute Erfolge erzielen wir auch mit Desensibilisierungstherapien, bei denen der Körper an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt wird“, so Primar Baumgartner.


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