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VÖCKLABRUCK. Ärzte und Pfleger appellierten heute Mittag bei einer Aktion von der Salzkammergut Klinikum eindringlich an die Bevölkerung, sich gegen das Corona Virus impfen zu lassen. Steigende Infektionszahlen, drohende Überlastungen der Kapazitäten und Personal im Grenzbereich lassen die Alarmglocken läuten.

Proteste beziehungsweise besser gesagt Appelle vor dem Salzkammergut Klinikum in Vöcklabruck. (Foto: Mac)

Beim Gesundheitspersonal besteht vor allem die Sorge, dass mit den steigenden Infektionszahlen wieder ein sehr belastender Winter auf das Personal zukommt. Die drohende Überlastung der Spitäler könnte mit der Impfung leicht verhindert werden, betont die Ärztekammer, die die Aktionen bei verschiedenen Spitälern in Oberösterreich heute koordinierte. Es soll aber mehr ein Aufschrei sein, als ein Protest. „Ich verstehe das nicht. Es ist nicht mehr notwendig, auf einer Intensivstation oder mit schweren Verläufen im Krankenhaus zu landen“, sagt Oberösterreichs Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser. Vor allem, weil eine „kostengünstige, beziehungsweise Gratis-Möglichkeit“ bestehe, sich impfen zu lassen und zu vermeiden, dass die Spitäler überfordert sind. Schon jetzt müssten geplante Operationen wieder verschoben werden.

Mehr Nachdruck, strengere Maßnahmen gefordert

Angesichts der steigenden Infektionszahlen bekräftigt Niedermoser auch seine Forderung nach harten und konsequenten Maßnahmen für Impfverweigerer. Denn noch immer sind im Bundesland knapp 42 Prozent der Gesamtbevölkerung (34 Prozent ab 12 Jahren) nicht vollimmunisiert. „Wir müssen endlich von diesen hohen Zahlen an Neuinfektionen und bei der Belegung der Krankenhaus-Betten runter“, fordert Niedermoser Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Vorbild muss hier Wien sein. In der Bundeshauptstadt gibt es zu den österreichweit geltenden Maßnahmen zusätzliche Verschärfungen. Etwa ist die Teilnahme an Veranstaltungen ab 500 Teilnehmern nur noch mit der 2-G-Regel möglich. Das gilt grundsätzlich auch für den Zutritt zur Nacht-Gastronomie. „Wenn die Leute ins Lokal, Theater, Kino oder zu Sportveranstaltungen wollen, dann sollte das auch in Oberösterreich nur noch geimpft oder genesen möglich sein“, fordert Dr. Niedermoser die Landespolitik auf, Schritte zu setzen. Gibt es kein Umdenken, dann sieht der Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich einen harten Winter zukommen: „Dann droht uns ein Winter ohne Veranstaltungen.“ Weihnachtsmärkte wären dann heuer ebenso nicht durchführbar wie Bälle oder andere Indoor-Veranstaltungen. Ein Problem der Gesamtbevölkerung, das von der Gruppe der Ungeimpften zusätzlich befeuert wird. „Diese Personengruppe muss sich endlich mit allen anderen solidarisch zeigen und sich impfen lassen“, so Niedermoser. Das gilt selbstverständlich nicht für Personen, die sich aus unterschiedlichen Gründen (Krankheit, Alter,...) nicht impfen lassen dürfen. Bei allen anderen geht der Egoismus mittlerweile auf Kosten der Allgemeinheit.


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