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VÖCKLABRUCK. Die griechischen Gelehrten und Politiker der Antike haben ihre Reden beim Gehen durch Wandelhallen auswendig gelernt, weil sie glaubten, dass sie sich die langen Texte dadurch leichter merken konnten. Die moderne Wissenschaft gibt ihnen heute recht. Die Kombination von Bewegung und Lernen ist kein Widerspruch, sondern fördert die Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit.

 (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com)
(Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com)

Nach den Semesterferien müssen die Schüler wieder stundenlang die Schulbank drücken. Der Frontalunterricht lässt wenig Raum für Bewegung und auch die Hausaufgaben werden üblicherweise am Schreibtisch gemacht. Viele Eltern ermahnen dabei ihre Kinder ruhig sitzen zu bleiben, weil sie sich sonst nicht konzentrieren könnten. Doch das ist falsch gedacht.

„Kinder, die sich beim oder zwischen dem Lernen bewegen, beschleunigen ihren Blutkreislauf und sorgen für eine bessere Durchblutung ihres Gehirns, was wiederum die Neubildung und Vernetzung von Nervenzellen fördert. Die Informationsverarbeitung wird dadurch verbessert und das ist eine gute Voraussetzung für nachhaltiges Lernen. Zudem wirkt sich die bewegungsbedingte Steigerung von Botenstoffen im Gehirn positiv auf die Gedächtnisleistung aus und die vermehrte Ausschüttung des Glückshormons Dopamin steigert die Motivation und Freude am Lernen“, so Klara Humer-Golmayer vom Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck.

Auswendiglernen beim Gehen

Bewegung sollte immer dann gemacht werden, wenn es irgendwie möglich ist: in den regelmäßigen Lernpausen, aber auch beim Lernen direkt. Statt über einem Buch gebeugt Vokabel zu pauken, kann das Auswendiglernen viel besser beim Gehen durch die Wohnung oder in der frischen Luft und das Einmaleins Lernen beim Zuwerfen von Bällen funktionieren.

Fremdwörter, wie „bird“ für Vogel, können durch Gesten wie dem Wegspreizen der Arme nachgestellt und so besser verinnerlicht und für lange Zeit abgespeichert werden. „Durch die Bewegung beim Lernen werden mehrere Sinne und Hirnareale gleichzeitig aktiviert. Das fördert nachweislich den Lernprozess und nebenbei können Kinder und Jugendliche, die im Digitalzeitalter immer weniger Bewegung machen, etwas Positives zur körperlichen Fitness beitragen“, verweist die Kinder- und Jugendpsychiaterin Klara Humer-Golmayer darauf, dass Bewegung und Lernen in keinem Fall im Widerspruch stehen.


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