Extremwetter: Gekommen, um zu bleiben
OÖ. Die Unwettersaison liegt derzeit noch vor uns, aber es ist abzusehen, dass auch heuer wieder mit einigen Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und in der Landwirtschaft zu rechnen ist. Im ersten Teil der Serie zum Thema Wetterkapriolen hat Tips mit dem Meteorologen Christian Brandstätter gesprochen.

„Gewitter mit Starkregen, Hagel und Tornados gab es schon immer. Nur hat heute fast jeder ein Handy und somit werden viele Unwetterereignisse festgehalten, die vor 40 Jahren nicht dokumentiert wurden. Aber es stimmt schon, dass aufgrund des Klimawandels die extremen Wetterlagen zunehmen. Da sich die Atmosphäre weiter aufwärmt, steht dieser immer mehr potenzielle Energie für Gewitter bzw. Unwetter zur Verfügung, weil wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann“, erklärt Christian Brandstätter von Meteodata aus Seewalchen.
Gefährliche Gewittercluster
Bei Gewitterlagen ist es oft so, dass in einem Ort sprichwörtlich die Welt untergeht und ein paar Kilometer weiter ist davon nichts zu spüren. Wenn sich mehrere Gewitter zu sogenannten Gewitterclustern zusammenschließen, dann ist recht flächig die Gefahr vor Unwettern gegeben. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Ereignisse ist es oft schwierig, im Vorfeld entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Ein Auto ist wie ein faradayscher Käfig, darin ist man vor Blitzschlägen gut geschützt.
Niemals unter Bäume stellen
Ist man draußen unterwegs, wird empfohlen, sich hinzuhocken und die Arme über dem Kopf verschränken oder sich flach auf den Boden zu legen, um nicht vom Blitz getroffen zu werden. Auf keinen Fall sollte man sich unter Bäume stellen - der Spruch „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ kann sonst zur tödlichen Falle werden. Bei einem Sturm können auch vermeintlich gesunde Bäume umstürzen. „Gerade im Sommer, wenn die Bäume voll belaubt sind, bieten diese dem Sturm eine große Angriffsfläche, da können 80 bis 90 km/h schon reichen, damit ein kleiner Baum entwurzelt wird. Bei großen Bäumen braucht es dagegen schon Orkanböen von 120 km/h oder mehr“, so Brandstätter.
Wetterextreme werden uns begleiten
Für den Experten ist der Blick aufs große Ganze entscheidend: „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass uns solche Wetterextreme wie Sturm, Großhagel und Starkregen in den nächsten Jahren weiterhin begleiten. Der Klimawandel ist nun mal Fakt und von heute auf morgen lässt sich das nicht ändern. Wir erleben aktuell die Auswirkungen des CO₂-Ausstoßes vor etwa 20 bis 25 Jahren. Alle Maßnahmen, die wir heute im Sinne des Klimaschutzes treffen, werden daher ebenfalls erst in gut zwei Jahrzehnten fruchten.“


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