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Wie entwickelt sich die Bevölkerung im Bezirk? WKO analysiert Herausforderungen

Martina Ebner, 14.01.2016 11:11

Vöcklabruck. Der Anteil der Erwerbstätigen in der Bevölkerung wird bis zum Jahr 2030 im Bezirk Vöcklabruck um rund fünf Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird die Einwohnerzahl insgesamt um rund 7000 Menschen auf 138.276 steigen. So lauten zumindest die Prognosen der demografischen Entwicklung des Bezirks Vöcklabruck.

V.l.: Christian Söser (RMOÖ), Christian Mayer (bizup), Nationalratsabgeordnete Angelika Winzig (WKO-Bezirksobfrau), Bürgermeister Herbert Brunsteiner, Projektleiterin Elisabeth Czachay (WKOÖ), Wolfgang Langthaler (WIPA-Technik), Florian Sachsenhofer (STIWA) und Bezirksstellenleiter Josef Renner. Foto: WKO Vöcklabruck

Für die Betriebe in der Region heißt das vor allem: Immer weniger Lehrlinge, Fachkräfte sind dringend gesuchte Mitarbeiter und der Wert der Ausbildung steigt. Darum hat die Wirtschaftskammer Vöcklabruck gemeinsam mit dem Land Oberösterreich, dem Regionalmanagement und der „bizup“ noch im Dezember das Projekt „Kompass Demografie“ gestartet. Gemeinsam mit Unternehmern, aber auch mit Meinungsbildnern des Bezirks wird vorerst ein Jahr lang intensiv überlegt und geplant, wie man den demografischen Fakten begegnen kann. „Wir möchten und müssen unsere Betriebe und die Gemeinden darauf aufmerksam machen, dass sich in den kommenden Jahren vieles in der Bevölkerung verändern wird“, sagte Bezirksstellenobfrau Angelika Winzig in der ersten Projektbesprechung der Steuergruppe.

Vor allem in der Ausbildung junger Menschen sehen die Mitglieder der Projekt-Steuergruppe einen wichtigen Ansatzpunkt. „Uns muss allen klar werden, dass es zwischen Bildung und Ausbildung eigentlich keinen Unterschied geben darf“, sagte Bürgermeister Herbert Brunsteiner. Die Gleichwertigkeit von Lehre und Schule, aber auch die Vergleichbarkeit eines Meisters mit Maturanten oder Akademikern sehen die Mitglieder des Projekts als wichtiges Ziel. „Wir können uns Jugendliche ohne Ausbildung in Zukunft nicht mehr leisten – dazu gehören auch soziale Grundkompetenzen“, sagte Winzig. Allein in Oberösterreich werden jedes Jahr rund 72 Millionen Euro für falsche schulische Ausbildung ausgegeben. „Dieses Geld kann man besser einsetzen“, meint Winzig. Ein Imagewandel in den Köpfen der jungen Menschen aber auch der Eltern in Bezug auf Lehre und betriebliche Ausbildung sei dringend notwendig – „Ein gesuchter Facharbeiter verdient heute oft mehr als ein HTL-Absolvent“, berichtete Wolfgang Langthaler (WIPA-Technik) aus der Praxis.

Daher hat sich die Wirtschaftskammer Vöcklabruck mit ihren Partnern zum Ziel gesetzt, im Laufe des Jahres 2016 Ideen für die Zukunft zu diskutieren, Strategien zur demografischen Entwicklung anzudenken und eine Reformagende für den Bezirk Vöcklabruck zu erstellen. „Wir müssen Ideen finden, wie wir den Strukturwandel abfedern können“, gab Projektleiterin Elisabeth Czachay von der WKOÖ das Ziel vor.


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