High-Tech und Nachhaligkeit bei FN Neuhofer

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 04.12.2021 08:45 Uhr

ZELL AM MOOS. Der Standort des Familienunternehmens FN Neuhofer ist kaum wiederzuerkennen. Wo vor zwei Jahren bei der Firmeneinfahrt noch ein kleines Waldstück stand, ist heute ein moderner Neubau - bestehend aus einem Bürogebäude und Produktionshallen - zu finden. Eben diese werden aktuell mit neuestem High-Tech befüllt, wobei der Nachhaltigkeitsgedanke dabei nicht aus den Augen verloren wird.

Die millionenschwere Investition ist von weitem erkennbar. Die Gebäude stehen, die Fassaden sind fertiggestellt, die Flächen asphaltiert. Die Phase der Anlieferungen der neuesten High-Tech-Anlagen und -Maschinen hat begonnen, die Teams arbeiten nun bereits an der Installation, sodass die ersten Probeläufe bereits in den nächsten Wochen starten können: Unter anderem mit folgenden Maschinen/Anlagen: Doppelbandsäge für effiziente Fertigung, Hobelanlage für MDF und Massivholz mit elf Spindeln, Ummantelungsanlage, automatische Zuschnittsäge, automatische Zuführung von MDF/Massivholz mit Robotern zur Vereinzelung der Platten/Bretter für Zuschnittsäge und Bandsäge, Roboter zur automatischen Abstapelung der gefertigten Leisten-Bunde (jetzt bis zu sechs Meter möglich) sowie Lackieranlagen.

Gelebte Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Handeln ist in der Unternehmensgeschichte von FN Neuhofer tief verwurzelt. Dabei versteht das Familienunternehmen Nachhaltigkeit immer als gleichberechtigte und gleichzeitige Umsetzung umweltbezogener, sozialer und wirtschaftlicher Zielsetzungen. Das beinhaltet die umweltfreundliche, ressourcenschonende Produktion und die Entwicklung möglichst emissionsarmer Produkte und Lösungen und bedeutet effiziente und kostenbewusste Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Für uns ist es selbstverständlich, verantwortungsvoll mit den Ressourcen und unserer Umwelt umzugehen: Das fängt beim Einkauf an – hier setzen wir bei MDF und diversen Hölzern auf eine zertifizierte Herkunft (PEFC, FSC) und prüfen darüber hinaus in der Produktentwicklung ständig Möglichkeiten, die nach dem Cradle to Cradle Prinzip funktionieren“, so Eigentümer und Geschäftsführer Franz Neuhofer. Aber auch die soziale Komponente der Nachhaltigkeit wird bei FN Neuhofer verfolgt, denn langfristige Beziehungen zu Geschäftspartnern und Mitarbeitern sind dem Familienunternehmen sehr wichtig.

Darüber hinaus wird auf eine nachhaltige Verpackung geachtet. Es werden ausschließlich recyclebare Verpackungsmaterialien (PE, Papier/Karton) verwendet. Zur Müllreduzierung wurde bereits die Stärke der Verpackungsfolien (PE) verringert und die Verpackung bei Massivholzleisten so umgesetzt, dass mit weniger Folien gleicher Schutz und Funktion gegeben ist. Die Verpackung von Altholz wurde bereits – in Abstimmung mit den Kunden - von geschrumpft auf unverpackt umgestellt. In der Recherche für alternative Verpackungsmaterialien wurden bereits Tests mit biobasierten Kunststoffen durchgeführt. Auch laufen Tests mit recyclierten Schrumpf- und Verpackungsfolien und man ist permanent auf der Suche nach neuen und alternativen Materialien (zero-waste Möglichkeiten).

Fertigstellung Anfang 2022

Die Fertigstellung der größten Investition der Firmengeschichte mit Lager- und Produktionshallen sowie dem mehrstöckigen Bürogebäude inklusive Kantine und Schauraum ist für Anfang 2022 geplant. Die Gesamtfläche der Neubauten beträgt 14.550 Quadratmeter, die gesamte Fläche des Firmenareals beläuft sich damit auf mehr als 100.000 Quadratmeter. Die Gebäude selbst werden in energieeffizienter Bauweise errichtet - mit einem geringeren Energieverbrauch, als die österreichischen Normen fordern.

Photovoltaik-Anlage

Ein Großteil des Strombedarfes wird aus der am Neubau installierten Photovoltaik-Anlage gewonnen. Mit über 2.868 Modulen und einer Fläche von mehr als 5.140 Quadratmeter wird eine Leistung von 1,018MW erreicht. Die Anlage ist so konzipiert, dass annähernd der gesamte erzeugte Strom direkt im Betrieb genutzt werden kann (86,2 Prozent Eigenverbrauch) und damit den externen Strombezug des Firmenstandorts um etwa ein Achtel reduziert. An CO₂-Emissionen können mit dieser Anlage nun 482.870 kg im Jahr eingespart werden.

Energie-Einsparung durch radargesteuerte Parkplatzbeleuchtung

Für die Generation der E-Mobilität sind mehrere Schnellladestationen und AC Ladestationen vorgesehen. Diese werden intelligent angesteuert, um mit dem zu erwarteten PV Überschuss die Mitarbeiter von FN Neuhofer für bis zu 700.000 Kilometer pro Jahr mit reinem Sonnenstrom mobil zu machen. Ebenso laufen bereits die meisten Stapler und Hubwagen elektrisch. Nicht nur die ökologisch nachhaltige Erzeugung von Energie steht im Vordergrund, sondern auch die Einsparung von Ressourcen. So wurde am Mitarbeiter-Parkplatz eine Beleuchtungsanlage mit 17 Lichtpunkten realisiert, die durch den Einsatz von modernsten LED-Leuchtmittel 80 Prozent Energie - und damit auch 5.300 kg CO₂ - einsparen werden. Diese drastische Reduktion ist auf den zusätzlichen Einsatz state-of-the-art Sensortechnik und intelligente Lichtsteuerung zurückzuführen. Die Anlage leuchtet nur dann mit voller Kraft, wenn Bewegung erkannt wird, ansonsten senkt sich die Helligkeit automatisch auf 20 Prozent ab. Zusätzlich reduziert sich das Streulicht dank Full-Cut-Off-Lampen auf fast null. So wird nicht nur Energie eingespart - es profitiert zusätzlich auch noch die Umwelt.

Wasserkraftwerke 

Zusätzlich zum Strom aus der Photovoltaik-Anlage wird Strom auch aus zwei eigenen Wasserkraftwerken gewonnen und im Unternehmen eingesetzt. Geheizt wird unter anderem mit eigenem Hackgut und den in der Produktion anfallenden Spänen. Durch die Investition in eine neue, energieeffiziente Biomasse-Heizanlage (3.500 kW) können durch CO₂ neutrale Feuerung die Emissionen um etwa 50 Prozent gegenüber der alten Anlage (1.200 kW) reduziert werden. Durch eine neue Filteranlage (Tuchfilter) wird die Staubemission von 150 mg/Nm³ auf 10 mg/Nm³ reduziert.

Druckluftversorgung

Die bestehende Druckluftaufbereitung wird für die beiden neuen Produktionshallen aktuell um einen Frequenz-geregelten Schraubenkompressor erweitert, der bedarfsorientiert die erforderliche Leistung bereitstellen kann. Dieser ist mit einem Warmwasser-Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet. Damit ergibt sich eine mögliche Reduktion der CO₂-Emissionen um 36.258 kg/Jahr. Alle Kompressoren (auch der Bestand) werden über den neuen Air-Manager 4.0 vernetzt, um diese möglichst effizient betreiben zu können. Außerdem wurde bereits 2020 in eine spezielle Absaugung für Kunststoffspäne investiert, um auch diese wieder recyceln zu können.

Ressourcenschonend

„Wer die Zukunft mitgestalten will, muss ressourcenschonend denken und sozialverträglich handeln. Leistungsstarke Lösungen ohne Nachhaltigkeitsanspruch und echten Kundennutzen sind für uns nicht denkbar“, so Franz Neuhofer.

 

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