30-Jahr-Jubiläum: Bezirksabfallverband (BAV) ist nicht mehr wegzudenken
VÖCKLABRUCK. Der Bezirksabfallverband (BAV) Vöcklabruck feierte sein 30-jähriges Bestehen. In Talkrunden aus Politik, Wirtschaft und Abfallberatung ließ man die letzten 30 Jahre Revue passieren und warf einen Blick auf die Herausforderungen und Chancen der getrennten Abfallsammlung.

Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm bei der kleinen Feier sorgten „Die drei Mönche“ vom Marktbrettl Lenzing und das Team von Vöcklacussion. Der Bezirksabfallverband ist ein im Oö. Abfallwirtschaftsgesetz verankerter Gemeindeverband, bei welchem alle 52 Gemeinden im Bezirk zusammengeschlossen sind. Der BAV Vöcklabruck ist zuständig für die kommunalen Abfälle aus privaten Haushalten, haushaltsähnlichen Anfallstellen, aus öffentlichen Institutionen wie Schulen/Kindergärten und aus den 14 Altstoffsammelzentren (ASZ) im Bezirk.
Auch Anlaufstelle für Bürger
Neben der Organisation der Sammlung haushaltsnaher Abfälle (Gelber Sack und Rote Tonne), der Sicherstellung einer zeitgerechten und einfachen Entsorgungsmöglichkeit und den laufenden ASZ-Modernisierungen ist der BAV eine hilfreiche Anlaufstelle für Bürger zu allen Themen rund um Abfall, fördert abfallarme Maßnahmen (z.B. Geschirrmobil, Kuchenboxen, Mehrwegbecher etc.), informiert über die laufenden Abfallentwicklungen, sensibilisiert über die Themen Abfallvermeidung, -trennung und -entsorgung im Rahmen von Schulworkshops, Infoveranstaltungen, Messen, Vorträgen, Medienarbeit u.v.m. und setzt diesbezügliche Projekte um.
30 Jahre BAV Vöcklabruck – ein schneller Rückblick
In den letzten 30 Jahren hat der BAV die gesetzlichen Entwicklungen mitgestaltet und umgesetzt. Zu Beginn konzentrierten sich die Aufgaben des BAV hauptsächlich auf die Deponie-standortsuche und den Aufbau der Altstoffsammelzentren, sodass die Bürger überhaupt eine Möglichkeit bekamen, ihre Abfälle umweltgerecht zu entsorgen. Die Einführung und Umsetzung der Verpackungs-Verordnung in den Gemeinden im Herbst 1993, bei denen ca. 450 neue Sammelstellen in den Gemeinden einzurichten waren, stellte die Verantwortlichen beim BAV vor große Herausforderungen. Seither wird die kommunale Abfallsammlung laufend angepasst, um eine zeitgerechte, sichere und vor allem bestmögliche Verwertung (Vermeidung/Recycling) der Abfälle zu garantieren und die Entsorgungskosten auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten. Als Beispiel lässt sich hier die Unterscheidung zwischen „Sperrigen Abfällen“ und „Ersatzbrennstoffen“ nennen. Seit in den ASZ „Ersatzbrennstoffe (EBS)“ als eigene Abfallart gesammelt werden, können jährlich Kosten von rund 100.000 Euro eingespart werden. Vor der Einführung der Sammlung „Ersatzbrennstoffe“ wurden die dafür geeigneten Abfälle nämlich als „Sperrige Abfälle“ gesammelt. Die Kosten für die Entsorgung „Sperriger Abfälle“ ist jedoch deutlich teurer. Ein weiteres Beispiel ist die Verpackungssammlung in den Altstoffsammelzentren, die in Oberösterreich sehr gut ausgebaut ist. Durch die genaue und sortenreine Trennung der Kunststoff- und Metallverpackungen im ASZ können 90 % recycelt werden und somit in neuen Produkten wieder zum Einsatz kommen. Mit ReVital wird den Bürgern eine einfache Möglichkeit geboten, abfallarm bzw. umweltschonend zu handeln und gleichzeitig Gutes zu tun: Möbel, Spielsachen, Hausrat oder Elektrogeräte, die nicht mehr gebraucht werden, aber noch voll funktionsfähig sind und keine Beschädigungen haben, können für ReVital abgegeben werden. Im ReVital Shop in Vöcklabruck (Industriestraße 33) werden sie dann zu einem guten Preis angeboten. Der ReVital Shop wird von Mitarbeitern der Volkshilfe betrieben, durch den Verkauf der ReVital Produkte werden ihre Arbeitsplätze gesichert. Dass die getrennte Abfallsammlung im Bezirk nicht einfach den Gedanken der reinen Müllentsorgung hat, sondern das Recycling bzw. die bestmögliche Verwertung der Abfälle zum Ziel setzt, ist vor allem der guten politischen Zusammenarbeit aller 52 Gemeinden zu verdanken.
Gelber Sack und Rote Tonne
In rund 70 Verbandsversammlungen und 100 Vorstandssitzungen wurde dafür der Weg geebnet. Die bezirksweite Einführung der haushaltsnahen Verpackungssammlung (Gelber Sack und Rote Tonne) im Jahr 2016 oder die gemeindeübergreifende Grün- und Strauchschnittsammlung im Jahr 2021 sind beispielsweise Früchte dieser guten Zusammenarbeit. 26 Jahre leitete Bgm. a. D. Herbert Brunsteiner als Vorsitzender des Bezirksabfallverbandes Vöcklabruck die Geschicke beim BAV und wirkte wesentlich bei der Gestaltung der kommunalen Abfallwirtschaft mit. Im Dezember 2021 übergab Brunsteiner sein Amt an Manuela Gschwandtner, Vizebürgermeisterin in Gampern.
ASZ-Neubauten geplant
Derzeit befindet sich das ASZ Attersee Nord in Seewalchen in Bau, dabei werden das ASZ Lenzing und das ASZ Seewalchen aufgelassen und zu diesem großen ASZ zusammengeschlossen. 2023 soll der Neubau des ASZ Frankenmarkt folgen und bis 2024 soll auch das ASZ Ampflwang/H. neu gebaut werden.


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