Integrative Beschäftigung: In der Bäckerei zu arbeiten, beflügelt

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Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 05.12.2019 11:36 Uhr

VÖCKLAMARKT. Michael Fuchsberger pendelt seit zwei Jahren von Schwanenstadt an den Caritas-Standort von invita nach Pfaffing, wo er in der Werkstatt beschäftigt ist. Weil das Caritas-Team schon bald erkannt hat, dass noch mehr in dem 25-Jährigen steckt, hat es ihm einen Platz in der „richtigen Arbeitswelt“ vermittelt. Fuchsberger unterstützt nun jeden Montag das Team in der Bäckerei Neudorfer in Vöcklamarkt.  

„Früher hätte ich es mir nicht vorstellen können, dass ich das alles schaffe. Aber jetzt gefällt es mir, die Leute zu bedienen. Und mit ein wenig Hilfe kann ich sogar schon kassieren“, erklärt Michael Fuchsberger stolz. Er schlichtet und füllt die Regale nach, kontrolliert das Ablaufdatum und bedient die Kunden. „Ich kenne schon alle Brotsorten. Am besten gefällt es mir, mit der Kundschaft zu reden“, sagt Fuchsberger. Der junge Mann mit einer psychosozialen Beeinträchtigung hat kein Angestelltenverhältnis mit der Bäckerei, sondern ist in Form einer Integrativen Beschäftigung tätig. Das OÖ Chancengleichheitsgesetz fördert seit 2008 diese Arbeits-Kooperationen. Als Vertragspartner für das Unternehmen fungiert nicht die Einzelperson, sondern eine Sozialorganisation wie die Caritas.

Familie Neudorfer möchte Berührungsängste abbauen

Aurelia und Ludwig Neudorfer, die die seit 1787 bestehende Bäckerei führen, ist es ein Anliegen, Menschen mit Beeinträchtigungen zu fördern. Die Neudorfers haben durch ihre Arbeit bei den Special Olympics in Vöcklabruck 2018 viel Positives erlebt und möchten nun helfen, Berührungsängste in der Bevölkerung abzubauen. „Die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung funktioniert nur, wenn die Leute eingebunden werden. Diese Menschen sind genauso ein Teil unserer Gesellschaft“, sind sich die Chefleute einig. Auch die Mitarbeiter finden, dass die Zusammenarbeit mit Michael Fuchsberger hervorragend funktioniert: „Anfänglich war Michael etwas schüchtern, aber im Laufe der Zeit hat er immer mehr an Selbstvertrauen gewonnen.“ Silke Mayer, Koordinatorin für Integrative Beschäftigung bei der Caritas, erklärt: „Es kostet auf beiden Seiten Mut, sich auf Neues einzulassen. Bei Michael Fuchsberger hat die Integration sogar in doppelter Hinsicht funktioniert. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern in der Dorfgemeinschaft. Durch die Chance, seine Leistung zu zeigen, die Abwechslung zur Industriearbeit bei invita in Pfaffing und die Freundlichkeit der Kunden hat er völlig neue Seiten entfalten können.“

Weitere integrative Beschäftigung

Neben Michael Fuchsberger gehen bei invita in Pfaffing noch fünf weitere Menschen einer Integrativen Beschäftigung nach. Sie arbeiten im Kaffeehaus „Pfafferl“ im Seniorenwohnhaus in Pfaffing, das ebenfalls die Bäckerei Neudorfer betreibt. „Bei der Integrativen Beschäftigung loten wir gemeinsam mit den Unternehmen aus, welche Aufgabe erfüllt werden kann. Der/die jeweilige Beschäftigte wird von uns auf die Tätigkeit vorbereitet und natürlich weiterhin von uns betreut. Wir kümmern uns um Bürokratie und persönliche Anliegen und sind Ansprechperson für die Geschäftsführung und das Team“, erklärt Caritas-Mitarbeiterin Silke Mayer.

Nähere Informationen für Unternehmen, die Interesse an einer Integrativen Beschäftigung haben, gibt es bei Caritas-Mitarbeiterin Karin Pirklbauer: karin.pirklbauer@caritas-linz.at oder 07682/21955-4002.

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