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Leserartikel Online Redaktion, 25.03.2016 08:08

WAIDHOFEN/THAYA. Buchautorin und Kräuterexpertin Eunike Grahofer hat zwei neue Bücher veröffentlicht. Rezepte und Hausmittel nach Bauernweisheiten im Rhythmus der Natur stehen im Mittelpunkt. Im Interview mit Tips informierte die Autorin über die Entstehung und Hintergründe der Bücher.
Von ERICH SCHACHERL

Eunike Grahofer mit den zwei neuen, von ihr geschriebenen Rezeptbüchern. Fotos: Schacherl
  1 / 3   Eunike Grahofer mit den zwei neuen, von ihr geschriebenen Rezeptbüchern. Fotos: Schacherl

Tips:Vor wenigen Wochen sind die von dir geschriebenen Bücher „Hausmittel im Jahreskreis – Rezepte im Rhythmus der Natur“ und „Rezepte durch`s Bauernjahr – Kräuterrezepte nach Bauernweisheiten“ erschienen. Wie sind sie entstanden?

Eunike: Ich hatte die Idee zu dokumentieren, was ich ein Jahr lang so an Rezepten mache. Die Rezepte, die man von der eigenen Familie mitkriegt, kennt man ja auswendig und macht sie ganz selbstverständlich. Das habe ich also aufgeschrieben, die einzelnen Arbeitsschritte, die Mengenangaben und so weiter. Dann habe ich mir gedacht, wenn ich das schon dokumentiere, dann will ich diese Rezepte und Hausmittel auch anderen Menschen zur Verfügung stellen.

Tips:Um welche Rezepte handelt es sich?

Eunike: Das sind alte Rezepturen und Hausmittel, die ich von klein auf kenne, weil sie von meiner Familie sind. Sie sind gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden, gemacht mit Zutaten, die es bei uns hier im Waldviertel gibt. Die Rezepte sind sehr einfach und auch für „Kräuterlaien“ leicht nachzumachen. Gleichzeitig sind sie in ihrer Wirkungsweise sehr effektiv. Manche Rezepte kann man sofort fertigstellen, andere dauern länger, zum Beispiel das Kräutersalz, dessen Herstellung im Februar beginnt und sich bis in den Herbst zieht.

Tips:Beide Bücher sind nach Monaten strukturiert und führen durch ein ganzes Jahr. Was ist die Idee dahinter?

Eunike: Ich höre immer wieder von Menschen, dass, wenn sie zum Beispiel einen Hustensaft machen wollen und sie das Rezept aus einem meiner schon veröffentlichten Kräuterbücher nachlesen, es bestimmte Pflanzen zu einer bestimmten Jahreszeit nicht gibt und sie deshalb den Hustensaft nicht machen können. Das hat mich auf die Idee gebracht, ein Rezeptbuch nach Monatsgliederung zu schreiben.

Tips:Du sprichst von einem Buch, es sind nun aber zwei geworden. Wie das?

Eunike: Ich wollte ursprünglich ein Buch schreiben. Vom Verlag (Freya) ist die Idee gekommen, mehrere Bücher in einem Format zu machen, das handlich ist, so dass man die Bücher auch einstecken kann. Ein großes, dickes und schweres Buch ist da nicht so gut geeignet. Ich habe eine solche Menge an Rezepten zusammengebracht, die reichen für drei Bücher. Zwei sind jetzt erschienen, ein drittes wird noch heuer im Herbst veröffentlicht.

Tips:Was finden die Leser in den zwei Büchern?

Eunike: Das Buch „Hausmittel im Jahreskreis“ vereint Rezepte und Hausmittel mit wichtigen Hintergrundinformationen zum jeweiligen Monat. Das Buch „Rezepte durch“s Bauernjahr“ ist nach alten Bauern- und Naturregeln aufgebaut. Früher mussten sich Bauern stark an der Natur orientieren. Daraus haben sich die Bauernregeln entwickelt. Im Juli beispielsweise heißt eine Bauernregel „Der Knoblauch darf das Dreschen nicht hören“. Das bedeutet, Knoblauch gehört vor der Getreideernte (= Dreschen) geerntet.

Tips:Woher hast du diese Sprüche und Volksweisheiten?

Eunike: Seit Jahren unterhalte ich mich mit vielen Menschen über Kräuter, Hausmittel und so weiter. Immer wieder höre ich dabei solche Sprüche und weil sie in Reimform sind, merke ich sie mir gut. Ich finde es besonders spannend, darüber nachzudenken, was hinter diesen Sprüchen und Regeln steht. Ein Beispiel (Monat März): „Beim Leberblümchen merk dir fest, nimm“s nicht frisch, sondern gepresst“. Das bedeutet, dass das Leberblümchen im frischen Zustand einen unverträglichen Inhaltsstoff haben. Getrocknet sind sie ein wahrer Segen und helfen bei Leber-, Gallen-, Blasen- und Harnproblemen.


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