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Begleitung am letzten Lebensweg
WAIDHOFEN. Vor 15 Jahren wurde der Verein „Hospiz Waldviertel Waidhofen/Thaya“ gegründet. Anlässlich des Jubiläums sprachen Obfrau Gerlinde Oberbauer, Koordinatorin Elisabeth Weigl und die Mitarbeiterin Irene Königshofer mit Tips über ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen. von ERICH SCHACHERL

Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, ist eines zu diesem Zeitpunkt bereits gewiss: Er wird sie auch wieder verlassen, wird sterben. Obwohl Sterben und Tod das Normalste und Natürlichste sind, wird in der mitteleuropäischen Gesellschaft auf eine eher befremdliche Art damit umgegangen. Sterbende Menschen haben oft Probleme, mit ihren Angehörigen angesichts des Todes zu sprechen und umgekehrt, um nur ein Beispiel zu nennen. Bedarf vorhanden Genau diese Situation kannte Gerlinde Oberbauer, Obfrau des Vereins, aus ihrer Zeit als Krankenschwester sehr gut, als sie im Jahr 2000 von Evelyne Dreher, einer der zwei Vereinsgründerinnen – die zweite war Luzia Domesle – gefragt wurde, ob sie nicht Interesse hätte, an einem Hospizverein in Waidhofen mitzuarbeiten. „Die (sterbenden) Menschen brauchen in diesen schwierigen Lebenssituationen viel Zuwendung, Gespräche und Unterstützung, die vom medizinischen Pflegepersonal alleine nicht geleistet werden kann. Sie wollen mit jemandem reden, meist nicht mit Angehörigen, weil sie diese nicht belasten wollen, da ist ein Außenstehender viel geeigneter. Der Bedarf war da, also war klar, da müssen wir etwas machen“, erinnert sie sich. Und stieg beim jungen Verein ein. Mittlerweile wenden sich immer mehr Menschen an die Mitarbeiter des Hospizvereins, wie die aktuellen Zahlen zeigen: Im Jahr 2014 wurden 135 Schwerkranke und Sterbende sowie 43 Angehörige betreut. Hospiz Das Wort Hospiz leitet sich vomlateinischen hospitum ab, das Herberge bedeutet, meint also im ursprünglichen Sinne eine Einrichtung der Sterbebegleitung, in der heutigen Form jede Art der Sterbe- und Trauerbegleitung. Was das beim Waidhofner Verein bedeutet, erläutert Elisabeth Weigl in der Festschrift anlässlich des zehnjährigen Vereinsbestehens anschaulich: „Ein ambulantes Hospiz-Team, wie wir eines sind, übernimmt die (kostenlose) Wegbegleitung schwerkranker und sterbender Menschen sowie deren Angehöriger vor allem zu Hause, aber auch in Pflegeheimen.“ Mehr Mitarbeiter Die Anzahl jener Menschen, die bereit sind, aktiv Hospizarbeit zu leisten werden mehr. 21 ehrenamtliche Mitarbeiter sind derzeit beim Waidhofner Verein tätig. Wer sterbende Menschen begleiten will, muss eine Spezialausbildung im Umfang von 120 Stunden absolvieren. Jedes Jahr kommen zusätzlich noch einige Stunden Fort- und Weiterbildung dazu. Das sieht der rechtliche, gesellschaftliche Rahmen vor. Elisabeth Weigl kann über andere notwendige Qualitäten berichten: „ Das Wichtigste ist, man muss Zuhören können. Dann muss man sich gut abgrenzen können. Die Geschichten, die man da erzählt kriegt, darf man nicht in sein eigenes Leben mitnehmen. Wichtig ist außerdem Mitgefühl, kein Mitleid. Und schließlich auch noch Zuverlässigkeit.“ Und ein Lebensalter von mindestens 24 Jahren gehört auch noch dazu. Vielfältige Tätigkeiten Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Verein aktiv zu unterstützen, ohne Begleitung zu machen. Denn abgesehen von dieser Arbeit gibt es noch andere Bereiche, wo Mitarbeit benötigt wird, etwa bei der Vorbereitung von Veranstaltungen, die der Verein im Zuge der wichtigen Öffentlichkeitsarbeit mehr und mehr organisiert. Wer will kann auch zahlendes Vereinsmitglied werden und mit 20 Euro jährlich seinen Beitrag zur wertvollen und wichtigen Arbeit leisten. Die ersten Schritte sind immer gleich: Kontaktaufnahme mit dem Verein, ein Gespräch, Klärung, was gewünscht wird und dann kann es schon losgehen. Die derzeitigen Mitarbeiter machen ihre Arbeit sehr gut, bestätigen alle drei Interviewpartnerinnen, egal um welche Tätigkeit es sich handelt. Der Verein wächst im richtigen Tempo, auch das passt. Die Zukunft Wünsche für die nächsten Jahre gibt es natürlich trotzdem. Gerlinde Oberbauer: „Ein großer Wunsch von mir ist, dass wir von allen Gemeinden im Bezirk beachtet und berücksichtigt werden. Wir bieten unsere Arbeit ja auch allen Gemeinden an.“ Elisabeth Weigl spricht die zweite wichtige Aufgabe des Vereins an: „Ich finde es sehr wichtig, dass mehr über Sterben und Trauer gesprochen wird. Jeder sollte sich an uns wenden und diese kostenlose Hilfe in Anspruch nehmen, weil es wirklich wichtig ist.“ Gruppe für Trauernde Konkretes Angebot des Hospizvereins dazu ist die Trauergruppe, die jeden dritten Dienstag im Monat von 19 bis 20.30 Uhr im Rot-Kreuz-Haus in der Moritz-Schadek-Gasse 30a stattfindet. Willkommen ist jeder, die telefonische Anmeldung bei Irene Königshofer unter der Telefonnummer 0664/6480310 notwendig. Geleitet wird die Gruppe von Engelbert Pöcksteiner und Hermine Klima. Ab Herbst 2015 bietet der Hospizverein außerdem auch eine Trauergruppe für Kinder an.Verein Hospiz Waldviertel Waidhofen/Thaya Moritz-Schadek-Gasse 30a, 3830 Waidhofen/Thaya Tel: 0664/3153572 (Frau Weigl) Mail: hospiz.waidhofen.th@wvnet.at


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