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WAIDHOFEN/THAYA. Am Mittwoch, 29. März fand im AMS Waidhofen/Thaya eine Informationsveranstaltung für Wiedereinsteigerinnen statt. Interessierte Frauen konnten sich über das Thema Arbeitsmarkt und Jobsuche, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, finanzielle Leistungen und vieles mehr informieren. Mit an Bord waren auch AK Waidhofen/Thaya, NÖGKK Waidhofen/Thaya, Bildungsberatung, Verein Zentrum für Beratung, Frauenberufszentrum Waldviertel, FIT (Frauen in Handwerk und Technik), Hilfswerk und die beiden Beschäftigungsprojekte des Bezirkes EIBE und Modätex.

Bei Wo[man]&Work (v.l.): Manuela Draxler (AMS), Sonja Eder (AMS), Karin Bachmann (AMS), Edith Zach (AMS), Elke Semper (AMS), Andrea Kargl (Hilfswerk), Inge Vernon-Smith (ZB), Tatjana Lanc (AK), Sabine Draxler (AK), Christa Hitz (AMS), Birgit Stangl (FBZ), Wolfgang Schwartz (AMS), Claudia Litschauer (Hilfswerk), Irmgard Hetzendorfer (GKK), Gerald Hehenberger (BIN), Alexandra Lindtner (FIT), Maria Straka (Modätex) und Martina Schmid (EIBE)

„Wir stellten auch Kinderbetreuung zur Verfügung, damit sich unsere Gäste rund um und vor allem in Ruhe informieren konnten“ so AMS-Leiterin Edith Zach.

Frauen am Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Ende Februar waren rund 1.100 Personen beim AMS Waidhofen arbeitslos gemeldet. Davon knapp 400 Frauen. 77 waren arbeitslos bzw. in Schulung, die nach Familien- oder Babypause wieder Anschluss an das Berufsleben suchen. „Nach wie vor stellen wir fest: Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, so trifft das vor allem jene, die aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel niedrige Qualifikation, Betreuungspflichten und deshalb geringere zeitliche Flexibilität – schlechtere Chancen haben, beruflich Fuß zu fassen. Frauen laufen also Gefahr, verdrängt zu werden bzw. sich vom Erwerbsleben ganz oder teilweise zurückzuziehen“, weiß Zach. Um die Erwerbsbeteiligung der Frauen zu fördern bzw. die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt zu verhindern, setzt das Arbeitsmarktservice Schwerpunkte:

Mit Kompetenz zurück ins Berufsleben

Ein maßgeschneidertes Seminarangebot für Wiedereinsteigerinnen bietet das AMS mit zölfwöchigen halbtags geführten Kursen „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Hier haben die TeilnehmerInnen Gelegenheit, ihre berufliche Zukunft neu zu planen, sich auf den Wiedereinstieg in der Gruppe mit „Gleichgesinnten“ gut vorzubereiten und jenen Job zu finden, der zu ihnen passt. Mit den niederösterreichweit flächendeckend eingerichteten Frauenberufszentren steht jobsuchenden Frauen ein maßgeschneidertes Programm zur Perspektivenentwicklung zur Verfügung. Das Angebot des Frauenberufszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen.

Ausbildungen in handwerklich-technischen Berufen

Das Programm FiT – Frauen in Handwerk und Technik – beinhaltet ein umfassendes und auf den individuellen Bedarf ausgerichtetes Beratungs- und Kursangebot mit dem Ziel, Frauen eine Ausbildung bis hin zum Lehrabschluss in einem handwerklich-technischen Bereich oder sogar ein entsprechendes Fachhochschulstudium zu ermöglichen. Im Jahr 2017 stehen im Waldviertel für 100 Frauen Kursplätze im FiT-Programm zur Verfügung (für Clearing und Perspektivenerweiterung). Und diese Frauen können dann im Anschluss eine zertifizierte Ausbildung im Bereich Handwerk und Technik absolvieren. „Auch Wiedereinsteigerinnen nehmen dieses Kurangebot gerne in Anspruch!“, weiß die AMS Waidhofen-Chefin.

Genderbudgeting groß geschrieben

Obwohl im Jahresdurchschnitt mit 58 Prozent mehr Männer als Frauen arbeitslos vorgemerkt sind, hat das Arbeitsmarktservice Waidhofen/Thaya knapp 56% aller finanziellen Mittel aus dem Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Frauen reserviert!

Gründe, warum es gilt, Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern und zu unterstützen

Die Frauenerwerbsquote steigt, aber: Teilzeit und geringfügige Arbeit ist im Vormarsch: Die Erwerbsquote der Frauen in Waidhofen liegt bei 75,5 Prozent (NÖ:77,1%). Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist allerdings in erster Linie auf den starken Anstieg von Teilzeitarbeit zurück zu führen. Mittlerweile arbeiten rund vier von zehn (nieder-)österreichischen Frauen in Teilzeit. Auch die „geringfügige“ Beschäftigungsform ist im Vormarsch. Die Mehrheit – 61,3% – der geringfügig Beschäftigten sind Frauen!

Niedrigeres Einkommen, geringeres Arbeitslosengeld, höheres Armutsrisiko

Aus dem niedrigeren Einkommen ergeben sich auch geringere Pensionsansprüche. Durch die schrittweise Anhebung des Durchrechnungszeitraumes der Pensionsgrundlage auf 40 Jahre und das Fallen des Heranziehens der besten 15 Jahre erzielen Frauen, die beispielsweise wegen Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten, schlechtere Pensionsansprüche. Frauenpensionen werden unter die Armutsgrenze sinken (unter 13.244 Euro für Einpersonenhaushalte pro Jahr; Statistik Austria 2016).

Schlechtere Ausbildung, weniger Jobchancen

2016 hatten 43,7 Prozent aller arbeitslosen Frauen in Waidhofen/Thaya nicht mehr als den Abschluss der Pflichtschule vorzuweisen. Bei den Männern waren es „nur“ 33,9 Prozent.

Nach der Babypause kompetent zurück in den Job

Im letzten Jahr haben 60 Wiedereinsteigerinnen eine Arbeit aufgenommen. Das sind um 15,4 Prozent mehr als im Jahr 2015


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