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Lokalhistoriker erschließen Bestände des Wochenblatts „Eisenwurzen“

Karin Novak, 27.07.2020 12:04

EISENSTRASSE. Die Digitalisierung von historischen Zeitungen wird für Archive immer wichtiger, um regionalen Forschern eine Informationsquelle zu erschließen. Zeitungen nehmen für die Zeitgeschichte eine bedeutende Rolle ein, sind sie doch ein Zeitzeugnis, das das Geschehen einer Region dokumentiert und teilweise auch kommentiert.

Eva Zankl, Obfrau des Vereins VEMOG, und Eisenstraße-Obmann Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger freuen sich über das erfolgreich abgeschlossene Leader-Kleinprojekt.Foto: www.eisenstrasse.info

Gerade für die von der sozialistischen Kreispartei in St. Pölten herausgegebene Wochenzeitung „Eisenwurzen“, die erst 1928 als Regionalausgabe der Zeitung „Volkswacht“ gegründet wurde und bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung 1934 als sozialdemokratisches Blatt die Themen der Industriearbeiterschaft im Ybbstal behandelte, ist dieses Digitalisierungsprojekt besonders bedeutend. Im Vergleich von „Eisenwurzen“ und dem großdeutschen und bürgerlichen „Boten von der Ybbs“ entstehen die für historische Forschungsprojekte so wichtigen Diskussionsgrundlagen. Aber auch andere Regionalzeitungen sind mittlerweile online gestellt und ermöglichen eine gute Vergleichsbasis zum Geschehen im Mostviertel.

310 Wochenausgaben digitalisiert 

Über die Internetplattform https://archiv-eisenwurzen.at werden die 310 Wochenausgaben der „Eisenwurzen“ als PDF-Dokumente zum Nachlesen und Erforschen zugänglich gemacht. Der Verein VEMOG setzte das Projekt als Leader-Kleinprojekt in Kooperation mit der Eisenstraße Niederösterreich um. Das Vorhaben wurde aus Mitteln der Europäischen Union, des Landes Niederösterreich und des Bundes kofinanziert.

1927 bis 1934 – bedeutende politische Phase 

„Besonders die Zeit vom Justizpalastbrand 1927 bis zum Bürgerkrieg 1934 ist für Österreichs Geschichte eine Phase der Radikalisierung der parteipolitischen Kämpfe. Heimwehr und republikanischer Schutzbund stehen repräsentativ für die Verhärtung der Fronten beim Versuch, das nach dem Ersten Weltkrieg auf einen kleinen Rumpfstaat reduzierte Österreich politisch und wirtschaftlich neu zu ordnen“, erklärt Lokalhistorikerin und VEMOG-Obfrau Eva Zankl.


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