Steinkrebse werden geschützt – Kartierungsprojekt geht in die erste Runde
WAIDHOFEN/YBBS. Waidhofens landschaftliche Vielfalt zeigt sich besonders im neuen Naturpark Waidhofen/Ybbstal. Fließendes Gewässer beeindruckt ebenso wie der sehenswerte Wald am Buchenberg. Die vier Säulen Schutz, Bildung, Regionalentwicklung und Erholung stehen im Mittelpunkt des noch jungen Konzeptes. Als nächster Schritt erfolgt eine Steinkrebskartierung zum Schutz der bedrohten Tierart.

„Wir wissen bereits über zwei bestehende Steinkrebsbestände Bescheid. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch in unseren großen bewaldeten Gebieten, die von zahlreichen kleine Bächen durchzogen sind, noch weitere Bestände zu finden“, betont Stadtförster Georg Brenn, der sich ganz besonders beim Landesfischereiverband, dem Verein Naturparke NÖ sowie allen Grundeigentümern bedankt.
Projektpartner „blattfisch e.U.“
Projektpartner ist das Büro „blattfisch e.U.“, das eine hohe Expertise im Krebsschutz- und Gewässermanagement aufweist. Mitarbeiter Stefan Auer hat vor Kurzem mit der Kartierung im Gebiet Kreilhof begonnen, danach folgt das Gebiet Waidhofen. „Nachdem wir die Kartierung dieser beiden Gebiete abgeschlossen haben, wollen wir gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung konkrete Schutzmaßnahmen umsetzen“, so Brenn weiter. Auch WVP-Bürgermeister Werner Krammer betont die Wichtigkeit dieses Projektes: „Waidhofen ist ein vielfältiger Lebensraum, auch für viele Tier- und Pflanzenarten. Mit dem Schutz der Steinkrebse leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.“
Stark bedrohte Tierart
Der Steinkrebs ist eine in ganz Österreich stark bedrohte Tierart, dessen Bestände rasch zurückgehen. Grund dafür ist die sogenannte Krebspest, eine Erkrankung, die vom bei uns nicht heimischen amerikanischen Signalkrebs übertragen wird, an der die Steinkrebse zugrunde gehen. Die gefundenen Steinkrebse sollen vor dem Signalkrebs und dessen Krankheiten geschützt werden. Ein weiterer Gefährdungsgrund für die Steinkrebse ist etwa der Lebensraumverlust infolge von Gewässerverbauungen. Im Zuge der oft aus Hochwasserschutzgründen nötigen Gewässerverbauung wurden viele kleine Bäche und Gerinne völlig durchreguliert. „Das sind nur zwei der hauptsächlichen Gefährdungsfaktoren, die wir gemeinsam mit der Stadt Waidhofen bekämpfen wollen“, erklärt Clemens Gumpinger vom Büro „blattfisch e.U.“.
Öffentliches Bewusstsein
Als besonders wichtig betrachtet der Experte auch die Information der Öffentlichkeit: „Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Verschleppung der Krebspesterreger. Das einfachste Mittel gegen den Erreger ist die Trockenheit. Jegliches Material, sei es Angelzeug, Stiefel oder auch Baumaschinen, die lange genug trocken sind, enthalten keine lebenden Sporen mehr. Alternativ kann man auch mit Desinfektion arbeiten. Für Kartierungen oder einen Angelausflug reicht eine Sprühpumpe mit entsprechendem Desinfektionsmittel. Diese sind in Tablettenform zu bekommen, lösen sich in kurzer Zeit in Wasser auf und lassen sich dann einfach auftragen. Inklusive der benötigten Einwirkzeit kann eine Desinfektion in einer Viertelstunde durchgeführt werden.“


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