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Schloss Weidenholz in Waizenkirchen: Diskussion über die Zukunft eine Kulturjuwels

Sabrina Lang, 24.10.2018 15:59

WAIZENKIRCHEN. In einer traumhaften Kulisse, umgeben von einem Wassergraben, thront das Schloss Weidenholz stolz inmitten der Gemeinde Waizenkirchen und gilt als Kulturjuwel der Region. Doch das herrschaftliche Gebäude ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung des Denkmals wäre dringend notwendig - doch hier scheitert es am finanziellen Rahmen. Das Schloss haben sich auch die Bürgermeisterkandidaten für den Wahlkampf an die Fahnen geheftet.

Heiß diskutiert wird aktuell die Zukunft des Schloss Weidenholz. Das Thema kommt auch im Bürgermeisterwahlkampf nicht zu kurz.

 Am 11. November wird in der Gemeinde nach dem Rücktritt von Wolfgang Degeneve (ÖVP) ein neuer Ortschef gewählt. Tips hat Fabian Grüneis (ÖVP), Gerhard Kaltseis (FPÖ) und Andreas Aumayr (GRÜNE) nach ihrer persönlichen Lösung für das Wahrzeichen befragt. Einig sind sich die drei Kandidaten darüber, dass das Schloss Weidenholz mit seiner Geschichte, die bis ins Jahr 1125 zurückreicht, einen historischen Wert hat und als Sehenswürdigkeit erhalten gehört.

Wasserschloss als Riesenchance

Andreas Aumayr (Grüne) sieht hinter dem Schloss Weidenholz eine „Riesenchance“. „Die Sanierung wurde 1989 begonnen. Es ist Zeit, diese abzuschließen und diese einzigartige Location zu öffnen. Das Schloss ist auf Grund seiner geschichtlichen und kulturellen Bedeutung ein „Aushängeschild“ des Ortes. Ein Erblühen dieses alten Juwels könnte unserem Ort eine große Identitätsstiftung und einen Wiedererkennungswert verleihen. Der Bauzustand des Südwest-Flügels ist kein schöner Anblick. Ich werde die Sanierung fortsetzen und das Schloss wieder zu einem Juwel unter den Wasserschlössern machen“. Da die musischen Themen darin verankert sind, hält Aumayr es für sinnvoll, das Gebäude zu einem Kultur-, Begegnungs- und Ausstellungszentrum zu machen. Dazu müsse der leerstehende Hochbau fertig saniert und die durch den Abriss des „Kirschtraktes“ entstandene Gebäudelücke baulich ergänzt werden. „Dabei kann ich mir sehr gut die Etablierung eines „Bürgersaales“ vorstellen. Waizenkirchen mit fast 4000 Einwohnern hat keine adäquaten Räumlichkeiten mehr, um größere Feste und Veranstaltungen abzuhalten“. Laut Aumayr wäre auch die Ansiedelung von Fachärzten oder Räumlichkeiten für Gesundheitstherapeuten anzudenken. Weiters wäre laut dem Grünen die Atmosphäre rund um das Schloss, mit Terrassen am Wasserteich und dem Schlosspark, für eine gastronomische Nutzung interessant.

Als Veranstaltungslocation

FPÖ-Kandidat Gerhard Kaltseis sieht Versäumnisse beim Schloss Weidenholz: „Leider wurde dieses Thema in den letzten Jahren vernachlässigt, kein finanzieller Spielraum geschaffen, bis es zum Stillstand kam“. Neben der Landesmusikschule sollte laut Kaltseis ein Veranstaltungssaal mit einer Cateringküche Platz finden, der für Vereine und Wirte aus der Gemeinde zugänglich ist. Dies soll auch für Privatpersonen oder Firmen gelten. Wenn das Angebot attraktiv ist, könne der Betrieb durch diese Mieteinnahmen finanziert werden. „Tatsache ist, dass das Projekt kostspielig und für die Gemeinde allein nicht zu stemmen ist. Vielmehr wird man hier auf die Unterstützung und Förderungen durch Land, Bund und vielleicht auf EU-Fördermittel angewiesen sein. Eine Möglichkeit sieht Kaltseis auch darin, Investoren zu finden, die mit der Gemeinde ein Nutzungskonzept haben, das die öffentliche Hand finanziell entlastet und ein Angebot an Ausstellungen, Geschäften oder Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Ein ultimatives Geheimrezept für das Projekt gäbe es nicht, man müsse sich dem Thema aber intensiv und lösungsorientiert widmen, so Kaltseis. „Man sollte sich Gedanken machen ob es sinnvoll ist, viel Geld für „moderne Kunstprojekte“ zu verwenden, denn andererseits ist man nur schwer in der Lage, bestehende und geschichtlich wertvolle Gebäude zu erhalten“, meint der FPÖ-Kandidat.

Ein Gemeinschaftsprojekt

„Das Schloss Weidenholz ist mir persönlich wichtig, da es auch für zwei Drittel der Waizenkirchner von großer Bedeutung ist und sie der Meinung sind, dass mit dem Schloss etwas passieren muss“, sagt Fabian Grüneis (ÖVP). „Ich bin der Meinung, dass man über den Tellerrand schauen muss, weil wir das als Gemeinde alleine nicht ordentlich finanzieren können oder es am Denkmalschutz scheitert“. Es könne laut Grüneis ein gemeinsames Projekt von Gemeinde, Land und einem Partner aus der Wirtschaft werden. Das beteiligte Unternehmen könnte sich im hinteren Hochbau selbst verwirklichen, Wohnungen oder Büros schaffen. „Die Landesmusikschule soll bleiben und vielleicht gelingt es uns, einen Veranstaltungssaal in der freien Fläche zu bekommen, den man beispielsweise gemeinsam mit dem Partner aus der Wirtschaft bespielen kann. Dieser Partner könnte sich privat um den Hochbau umschauen. Man sollte aber auch offen und flexibel für die Ideen des Wirtschaftspartners sein. „In einem ersten Gespräch mit dem Landeshauptmann habe ich gemeint, dass Waizenkirchen im Hinblick auf die Landesausstellung 2024 in Peuerbach und Eferding als Kulturstandort in der Mitte interessant sein könnte. Ich kann definitiv versprechen, dass ich alle Möglichkeiten für das Schloss ausprobiere, die mir einfallen“, erklärt der ÖVP-Kandidat. <


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Elfi
Elfi
26.10.2018 22:46

Angst in Waizenkirchen

Hat zwar mit dem eigentlichen Tema nix mehr zum tun aber ich muß mich jetzt auch hier melden. Ich habe meine Tochter in der NMS in Waizenkirchen. Ich habe gesehen wen der Direktor für die Wahl unterstützt und bin echt erschrocken. Die Schule ist doch für alle da oder sehe ich das nicht richtig. Wie kann man sowas tum? Alle wissen, daß ich nicht schwarz wähle aber ich muß sagen, daß ich michsicher nix mehr sagen traun werde, wnn mir in der Schule wieder amal was nicht passt. Das ist echt traurig oder.

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Max Mustermann
Max Mustermann
26.10.2018 07:56

Scha(n)de!

Leider muss auch ich meinen beiden Vor-schreiber/innen zustimmen. Was mich aber noch mehr beunruhigt, dass es in Waizenkirchen scheinbar heute noch mehr als früher unmöglich ist, solche Themen anzusprechen, ohne sich hinter einem Spitznamen verstecken zu müssen. Gerade der laufende Bürgermeisterwahlkampf und das Werben der einzelnen Kandidaten für Unterstützungserklärungen, macht das wieder einmal mehr als deutlich: "Ja natürlich wähle ich den x oder den y, aber das darf ja keiner Wissen, sonst gibt´s Konsequenzen", hört man immer wieder. Und dann gibt es Menschen in Positionen, die eigentlich absolut unparteiisch sein müssten, da sie ja für alle Bürger stehen (sollten) - denen bleibt als letzter Ausweg oft nichts anderes übrig, als den Kandidaten der Mehrheitspartei zu "unterstützen", da ihnen bzw. ihren Organisationen, Vereinen oder Betrieben sonst auch gewisse "Konsequenzen" drohen … Solchen Menschen bleibt dann leider nichts anderes übrig, als ihre Meinung als Weidenfee oder Schlossgeist zu äußern. Scha(n)de!

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Dornröschen
Dornröschen
26.10.2018 18:56

Wer küsst mich wach?

Lieber Max Mustermann!

Trau dich doch und sag deine Meinung! Ich bin die Demokratie und warte in meinem Dornröschenschlaf im Schloss Weidenholz darauf, dass mich endlich jemand wachküsst.

Die Zeit ist reif, dass in Waizenkirchen mit allen auf Augenhöhe diskutiert wird, Sachthemen unabhängig von Parteipolitik behandelt werden und Menschen ihre Meinung sagen können, ohne Nachteile fürchten zu müssen.

Es liegt was in der Luft! Hundert Jahre Dornröschenschlaf sind vorbei!



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Schlossgeist
Schlossgeist
25.10.2018 07:27

Schwarzer Humor

Das Eingangsstatement des schwarzen Kandidaten spricht leider Bände ... Nachdem die vergangenen ÖVP-Bürgermeister nun über Jahrzehnte mit allen Mitteln gegen eine nachhaltige Nutzung und Sanierung des Schlosses gekämpft haben und nun aber seine beiden Mitbewerber um das Bürgermeisteramt sich klar für den Erhalt und die sinnvolle Nutzung des Schlosses stark machen, glaubt auch Fabian, zumindest offiziell, nachziehen zu müssen. Alleine durch seinem Hinweis, dass das die Meinung von zwei Dritteln der Menschen in Waizenkirchen wäre und dies somit nun auch seine Meinung wäre, klingt diese nicht wirklich glaubwürdig. Für ihn ist das Schloss vermutlich maximal ein schöner Hintergrund für Wahlplakate und eine geeignete Location für seine Schaumpartys. Fast schon eine Provokation ist sein aktuelles Plakat, auf dem er sich mit "seinem" Team vor dem Schloss ablichten hat lassen. Wenn man nämlich bedenkt, dass genau von diesem Team eine Mehrzahl der Personen seit Jahren mehr oder weniger offen gegen den Erhalt des Schlosses eingetreten sind. Bleibt zu hoffen, dass sich die Wähler in Waizenkirchen diesmal nicht täuschen lassen und sich für Ehrlichkeit und Demokratie entscheiden...

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Weidenhex
Weidenhex
25.10.2018 09:09

Hass auf alles Historische

Schlossgeist hat in allen Punkten Recht.
In Waizenkirchen wurde seit Jahrzehnten von der schwarzen Gemeinde Spitze alles nur Erdenkliche unternommen um jeglichen historischen Touch aus waizenkirchen zu verbannen: zu den vernichteten historischen Gebäuden zählen unter anderem ein altes historisches Feuerwehrhaus, das geschichtsträchtige Schloss der Adelsfamilie Coreth und ein ehemaliges Bordell Napoleons. Viel ist nicht mehr über von Waizenkirchens architektonischen Kulturdenkmälern.
Rundherum in den angrenzenden Orten werden historische Gebäude renoviert und bekommen einen neuen Zweck. Ginge es nach unseren letzten Bürgermeistern, würde das Schloss Weidenholz sofort dem Erdboden gleich gemacht werden. Leider steht es unter Denkmalschutz und so können diverse Kulturbanausen Gott sei Dank keinen Schaden anrichten.
wenigen bekannt ist vielleicht auch dass es für das Schloss bereits ein fertiges Sanierungs und Finanzierungskonzept gibt. Dieses wurde aber einfach von einem der letzten Bürgermeister abgewürgt.

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