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104 Jahre alt: Katharina Litzlbauer wurde in der Monarchie geboren und hat zwei Weltkriege überlebt

Sabrina Lang, 20.02.2019 15:43

WAIZENKIRCHEN/ESCHENAU. Als Katharina Litzlbauer geboren wurde, war Franz Joseph noch zwei Jahre Kaiser von Österreich. Mit ihren 104 Jahren überlebte die Eschenauerin, die heute im Seniorenheim Waizenkirchen wohnt, zwei Weltkriege und bekam die prägende Zeit des 20. Jahrhunderts hautnah mit.

Katharina Litzlbauer mit ihrem Sohn Otto Litzlbauer Foto: LangS
Katharina Litzlbauer mit ihrem Sohn Otto Litzlbauer Foto: LangS

Mit ihren 104 Jahren hat Katharina Litzlbauer ihren Humor nicht verloren: „Schreibst eh lauter Blödsinn auf?“, scherzt die Eschenauerin beim Interviewtermin mit Tips-Redakteurin Sabrina Lang und lacht. In lustiger Runde mit den anderen Heimbewohnern wird immer wieder ein Schmäh gemacht, Karten gespielt und Spaß gehabt. Nach einem Schlaganfall ist die betagte Frau etwas geschwächt, auch die Ohren wollen nicht mehr so gut hören. Auf 104 Jahre würde man die Eschenauerin dennoch nicht schätzen.

Drei Brüder nie kennen gelernt

Katharina Litzlbauer wurde als jüngste Tochter von 14 Kindern geboren. „Ich hatte zehn Brüder und drei Schwestern“, erzählt die 104-Jährige. Drei ihrer Brüder lernte die Frau nie kennen, sie fielen als Soldaten im Ersten Weltkrieg.

Heirat im Jahr 1950

1950, als 36-Jährige, fand die Eschenauerin ihr Glück und heiratete einen 56-jährigen Witwer mit sieben Kindern. Aus ihrer Liebe entstand Sohn Otto, der seine Mutter täglich im Seniorenheim besucht. Ihr Mann verstarb bereits 1982. Was sie gemacht habe, um so alt zu werden? „Nichts“, meint die 104-Jährige. „Geschunden haben wir uns“, stellt sie stattdessen fest und ihr Sohn ergänzt: „Und Fleisch hast auch immer gerne gegessen von Geselchtem bis zum Schweinsbraten.“ Seine Mutter grinst und nickt. Früher hatte sie auch gerne gebacken, vor allem Apfeltascherl, weil man zu Hause in der Landwirtschaft so viele Äpfel hatte. Mit ihrem Geburtsjahr 1914 war Litzlbauer bei den Meilensteinen der gesellschaftlichen Entwicklung bis heute dabei. Zur Schule ging man eine Dreiviertelstunde zu Fuß. Ohne Strom im Haus leben und ohne Telefon – für Litzlbauer war dies in ihrer Jugendzeit ganz normal. Es war eine Zeit, als die Petroleum-Lampen das Haus erleuchteten und die Wäsche noch auf dem Ofen ausgekocht wurde. Mit Kühen wurde geackert, mit Pferden gearbeitet, den ersten Traktor bekam man erst in den 60er Jahren.

Vom Kaiser bis Conchita Wurst

Mit ihren 104 Jahren erlebte Litzlbauer die Geschehnisse des 19. Jahrhunderts selber mit. In ihrem Geburtsjahr 1914 war Franz Joseph noch Kaiser, der Erste Weltkrieg brach aus und Frauen durften noch nicht wählen. Sie erlebte als 15-Jährige die Weltwirtschaftskrise 1929 mit und musste als 25-Jährige zusehen, wie der Zweite Weltkrieg ausbrach. Diese Zeit prägt die betagte Frau bis heute. „Es war furchtbar“, erinnert sich Litzlbauer. 38 Jahre alt war die Eschenauerin, als die damals 26-jährige Elisabeth den englischen Thron bestieg. 1969 war Neil Amstrong als erster Mensch auf dem Mond. Bei diesem Weltereignis war Litzlbauer bereits 55 Jahre alt. 72 Jahre war die Frau, als der Atomunfall in Tschernobyl passierte und ihren 100er feierte Litzlbauer im selben Jahr, als Conchita Wurst den Songcontest für Österreich gewann.


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Zug
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26.02.2019 19:56

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