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SCHLEISSHEIM. Ein Schleißheimer Original? – „Es gibt nur eines – den besten Schleißheimer. Das ist Gemeindearbeiter Sepp Wespl. Er macht alles und wenn er nicht wäre, müssten an seiner Stelle fünf Leute arbeiten. Er ist stets freundlich, immer gut aufgelegt, äußerst beliebt und hilfsbereit“, spricht Elisabeth Frühwirth wahrscheinlich vielen Schleißheimern aus der Seele.

Einer für alles: Josef Wespl ist Bierzapfer, Rasenmäher, Totengräber und Bauhofmitarbeiter auf Inlineskates.

Das große Potenzial von Josef Wespl hat Bürgermeister Manfred Zauner schon früh erkannt und den damaligen Landesverlag-Mitarbeiter 1995 angerufen: „Sepp, wir brauchen dich auf der Gemeinde. Du bist ein Maurer, du kannst alles.“ – Und Wespl folgte dem Ruf und wurde zum „Gmoa Sepp“. Ist der Nebenerwerbslandwirt nicht beim Bauhof, dann ist er als inoffizieller Schulwart mitunter in der Volksschule. Da haben die Lehrerinnen erst mal Pause, bis alle Kinder mit dem 56-Jährigen abgeklatscht haben. Falls er nicht gerade etwas reparieren muss, liest er auch mal vor oder kommt mit dem Feuerwehrauto zum praxisnahen Unterricht.

Auf zum Seppi-Turnen

Auch in ihrer Freizeit stürmen die Kinder den Vorturner bei der Union, denn das „Seppi-Turnen“ ist der Renner. Für die jungen Schleißheimer ist er auch im Rahmen der Ferienaktion da. Entweder mit einem Volkstanzangebot (in seiner Funktion als Sektionsleiter) oder er malt mit Kindern den Märchenweg vom Adventmarkt – wo er in der Vorweihnachtszeit im Einsatz ist – neu an.

Ehrenobmann bei der Landjugend

Bei der Musik ist der Sepp nicht, aber beim Maiblasen hilft er als Traktorfahrer aus, bei der Landjugend ist Wespl Ehrenobmann, weil er natürlich beim Ball hilft und Bier zapft und für die Fußballer macht er den Platzwart und mäht den Rasen.

„Ich bin für alle da“

„Wer mich braucht, der ruft mich an und dem hüf i“, ist für Wespl ganz klar. Egal ob es die ÖVP ist, die ihn für die Mostkost braucht, oder die SPÖ bei der Ostereiersuche. In die Politik ist Sepp Wespl allerdings nie gegangen. – Eine der wenigen Absagen in seinem Leben, denn laut Eigendefinition hat Wespl einen Sprachfehler: „Ich kann nicht Nein sagen“, lacht er. „Interessiert hätte mich die Politik schon, aber ich bin für alle da, das ist meine Devise“, erklärt der hilfsbereite Schleißheimer. Übrigens auch für die Toten! Nicht nur wegen der Arbeiten am Friedhof, sondern auch, weil Wespl nebenbei noch Totengräber ist.

Immer in Bewegung

Tatsächlich bleibt dem Vater von zwei erwachsenen Söhnen sogar noch Zeit für Hobbys: „Ja freilich! Motorradfahren, Volkstanzen, Radfahren und Wandern.“ Inlineskaten kann der Tausendsassa übrigens auch, denn in Schleißheim werden die Schneestangen schon mal rollend eingesammelt – wer will schon lange hinter dem Auto herrennen?

Ein kleines bisschen kürzertreten möchte Wespl übrigens schon: Er wird aus dem Kommando der Feuerwehr aussteigen, aber ansonsten gilt weiterhin: „Mir macht das alles einfach Spaß! Der Umgang mit den Leuten ist klass“!“


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