Diözese Linz ändert radikal die Struktur
WELS. Rund 600 ehren und hauptamtliche Mitarbeiter in einer Messehalle und viele über Live Stream lauschten der Präsentation des Zukunftsweges der Katholischen Kirche. Aus den 39 Dekanaten werden 35 sogenannte Pfarren. Die vormals Pfarren werden in Pfarrgemeinden umbenannt. Mit dieser Reform will die Kirche die Geistlichen für seelsorgerische Tätigkeiten freispielen.

Der Kern des Modells
Die derzeitig 487 Pfarren bleiben als selbstständige Einheiten erhalten. Der Name ändert sich aber in Pfarrgemeinden. Die Grundfunktion (Verkündigung, Liturgie, Caritas, Gemeinschaft) bleiben gleich. Jede dieser Pfarrgemeinden verfügt über eigenständige Vermögensverwaltung und Selbstständigkeit. Geleitet werden sie von Seelsorgeteams, denen Priester, hauptamtliche Seelsorger sowie ehrenamtlich engagierte angehören. In der übergeordneten Verwaltungseinheit kommt es zu Änderungen. Aus den bisherigen 39 Dekanaten werden rund 35 Pfarren gebildet, denen durchschnittlich 14 Pfarrgemeinden angehören. Diese Pfarren werden von einem Pfarrvorstand geleitet, der sich aus dem Pfarrer als Gesamtleiter und zwei Vorständen für pastorale und wirtschaftliche Angelegenheiten zusammensetzt. Es werden Angebote für mehrere Pfarrgemeinden gesetzt und ist auch für Menschen gedacht, die sich keine Pfarrgemeinde zugehörig fühlen. Ein zentrale Pfarrgemeinde ist nicht geplant. Der Pfarrer kann so durch die Gemeinden rotieren. Der geistliche Leiter der Pfarrgemeinde ist der Priester. Er soll maximal drei Gemeinden betreuen. „ „Es wird jede Pfarrgemeinde einen Seelsorger haben. Aber dieser muss nicht mit Verwaltungsaufgaben zugedeckt sein. Es sollen sich viele Priester ganz auf die Seelsorge konzentrieren können und ganz nah bei den Menschen sein“, sagt Bischof Manfred Scheuer.
„Es sollen sich Priester auf die Seelsorge konzentrieren und ganz nah bei den Menschen sein“,Bischof Scheuer
Dieses Diskussionspapier, das federführend von Generaldechant Slawomir Dadas erstellt wurde, sieht klare Verantwortungen mit größtmöglicher Flexibilität vor: „Bei uns warten die Menschen schon auf Veränderung und etwas Neues. Wir werden uns mit den neuen Strukturen von Namen und Begriffen verabschieden“, erklärt Dadas. Dieses neue Konzept ist ganz auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter ausgelegt. Priester sollen in erster Linie Priester sein und nicht gleichzeitig alles verwalten müssen, wenn sie nicht bereit dafür oder auch wegen des Alters nicht mehr imstande: „Ein Pfarrer muss nicht der Chef in einem kirchlichen Kindergarten sein“, bringt Dadas als Beispiel. Das Netzt wird eben verändert, das sich um die Menschen kümmert. Es geht mehr auf die Lebensgewohnheiten ein. Zukunftsweg-Leiterin Gabriele Eder-Cakl: „Zeitgemäße Strukturen und pastorale Leitlinien sind hier miteinander verbunden“.
Bis in den Sommer wird in verschiedensten Gruppen und Zusammensetzungen diskutiert. Die Arbeitsgruppe „Zeitgemäße Strukturen“ werden die Vorschläge einarbeiten. Nach einer Vorabstimmung im Pastoralrat, Priesterrat und Dechantenkonferenz kommt es zum Votum im Diözesanforum im November. Nach dem Beschluss des Konsistoralrastes folgt die die endgültige Entscheidung von Bischof Manfred Scheuer.


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