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AICHKIRCHEN. Die Musik ist sein Leben. Seit Matthias Achleitner ein Schüler war, bereitete er sich gezielt auf seinen Traumberuf Dirigent vor. Nach mehreren zum Teil schon größeren Projekten und Orchestern dirigiert der erst 20-jährige Student im Herbst eine Oper.

  1 / 4   Matthias Achleitner ist 20 Jahre und hat gerade seinen Dienst bei der Gardemusik Wien abgeleistet, er studiert in Wien Dirigieren und gründete die OÖ. Philharmonie. Im Herbst dirigiert er bei den Opernfestspielen in Bad Hall. (Foto: Andreas Maringer)

Seit er fünf Jahre war, spielt er Klavier, seit er acht Jahre war, nimmt er Trompetenunterricht, er ist Flügelhornist bei der Trachtenmusikkapelle Neukirchen und hat schon in der Unterstufe den Schulchor seines Gymnasiums (Lambach) dirigiert. Als er eigentlich noch viel zu jung dafür war, hat er eine Ausbildung für Ensembleleitung Blasorchester bei Thomas Doss begonnen. Als bisher Jüngster schloss er diese mit 17 Jahren ab.

Matthias Achleitner wusste schon mit 14 Jahren, wohin sein Weg ihn führen sollte, nämlich ans Dirigentenpult. Neben der Begegnung mit Thomas Doss, der einst für seine Musikkapelle ein Auftragswerk schrieb und es auch dirigierte, waren das Schauen der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker im Fernsehen Schlüsselerlebnisse.

Projekte am Musikgymnasium

Zielstrebig hat er sein Ziel bisher verfolgt. Seiner Ausbildung bei Thomas Doss schlossen sich Privatstunden bei Professor Georg Mark von der Musikuniversität Wien an. Mit dem Wechsel ins Musikgymnasium Linz eröffnete sich für ihn auch die Welt des großen Symphonieorchesters.

Die tollen Orchesterprojekte dort haben das Feuer der Begeisterung weiter am Lodern gehalten. Das Vereinigte Symphonieorchester der Musikgymnasien Linz und Prag durfte er mit 17 Jahren bei „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew dirigieren. Und in der Maturaklasse folgte das Dirigat von Antonín Dvoráks neunter Sinfonie.

Aufführungen in Bad Hall

Und dann ging es Schlag auf Schlag. Im Vorjahr wurde er als Musikalischer Assistent nach Bad Hall gerufen. Zwei Aufführungen der Operette „Die lustige Witwe“ durfte er auch dirigieren. Gerade hat er seinen Dienst bei der Gardemusik Wien abgeleistet und studiert derzeit Chordirigieren in Wien bei Alois Glaßner an der Musikuniversität Wien. Ab Herbst kommt das Fach Orchesterdirigieren dazu.

Im Herbst steht er wieder im Stadttheater Bad Hall am Dirigentenpult. Etwas ganz Besonderes für den aufstrebenden Musiker. Diesmal ist er nicht mehr Musikalischer Assistent, sondern Orchesterleiter, und es ist sein erstes Operndirigat. Von 7. bis 17. September steht die Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ am Programm. „Es wird mein erstes ganzes Projekt dort“, erzählt der 20-Jährige. Geholt hat ihn dafür Professor Thomas Kerbl (Bruckneruni und auch Intendant), der Regie führt.

Es wird bereits musikalisch und szenisch für die Aufführungen geprobt, an der Besetzung des Orchesters hat Achleitner ein Mitspracherecht. Ein Preview wird es im Juli auf der Aiserbühne in Schwertberg geben.

OÖ. Philharmonie gegründet

„Den Gedanken, irgendwann ein Orchester zu gründen, hatte ich schon, aber nicht in naher Zukunft“, erzählt der Aichkirchner noch von einem anderen Projekt. In der Corona-Zeit sei es dann doch ganz schnell gegangen. Um sich und seinen Kollegen ein Orchesterprojekt zu verschaffen, gründete er im Sommer 2021 die „OÖ. Philharmonie“, im Kern ein Orchester mit Schulkollegen aus dem Musikgymnasium und Musikstudenten. Den Gründungskonzerten folgten Silvester- und Neujahrskonzerte (2021, 2022, 2023) und ein Benefizkonzert.

Auch Komponist

Neben dem Dirigieren beschäftigt sich Matthias Achleitner auch mit dem Komponieren. Seine symphonische Dichtung „Musikerleben“ dirigierte er nicht nur bei seiner Heimat-Blaskapelle, sondern auch bei der OÖ. Polizeimusik. Auch die Polka „Heimatliebe“ stammt aus der Feder des jungen Aichkirchners. Seine Blasmusikkollegen aus Neukirchen dirigiert er inzwischen sowieso immer wieder.

„Ich möchte so viele Menschen wie möglich für Musik begeistern“, beschreibt der junge Dirigent seinen angestrebten Weg. „Vielleicht liegt auf diesem Weg ja das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker“, meint er.


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