Die Apothekerpreise gehören schon längst der Vergangenheit an
WELS. Das Ökosoziale Forum Oberösterreich lud zu einem Stammtisch mit interessantem Vortrag. Bei Richter Pharma diskutierten die Teilnehmer über das Thema „Wie abhängig ist Europa bei Arzneimitteln?“.

Noch im Jahr 2000 kamen 60 Prozent der Wirkstoffe aus Europa und etwa ein Drittel aus Asien. Heute hat sich das ziemlich genau umgekehrt: Etwa 60 Prozent kommen aus Asien, ein Viertel aus Europa. Dazu kommt, dass sich in den asiatischen Ländern die Produktion konzentriert hat, was bedeutet, dass es bei vielen Wirkstoffen nur mehr ein oder zwei Herstellerunternehmen überhaupt gibt. Eine sehr fragile Versorgungskette ist die Folge. Trotzdem konnte bisher auch bei Lieferengpässen die Versorgung in Österreich weitgehend sichergestellt werden. Allerdings: Um mittel- und langfristig des Problems Herr zu werden, wird kein Weg an höheren Arzneimittel-Preisen vorbeiführen, denn die sogenannten „Apothekerpreise“ seien längst Vergangenheit, sagte Roland Huemer, Vorstandsvorsitzender der Richter Pharma AG.
Landtagspräsident Max Hiegelsberger, der als Obmann des Ökosozialen Forums OÖ zu diesem Stammtisch geladen hatte, ergänzte: „Auch in der Arzneimittelproduktion wird es letztlich darauf ankommen, wieviel Österreich und wieviel die Bevölkerung für eine lokale Produktion bereit ist zu zahlen.“ Als Ökosoziales Forum wolle man mit dem Nachhaltigkeitsstammtisch jedenfalls Bewusstsein schaffen.
So sieht der Richter Pharma Chef Huemer faire Preise und Spannen als erste Maßnahme, um weiterhin Pharmaunternehmen dazu zu bringen, Produkte in Österreich einzuführen und die Logistikkette bis zum Patienten weiterhin sicherzustellen. Zudem sieht er auch das vom Gesundheitsministerium bereits angedachte, aber noch nicht umgesetzte „Krisenlager“ und die Bevorratung von Wirkstoffen, damit die Apotheken eigene Rezepturen herstellen können, als möglichen Lösungsansatz.


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