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WELS. 80 Jahre nach der „Mühlviertler Hasenjagd“ war Anna Hackl, damals 13 Jahre alt, zu Gast in der HAK Wels und beeindruckte die Schüler mit ihren dramatischen Erlebnissen, die im Film „Hasenjagd“ vom Welser Regisseur Andreas Gruber in Szene gesetzt wurden.

Anna Hackl erzählt, wie sie die Mühlviertler Hasenjagd erlebt hat. (Foto: HAK Wels)
  1 / 2   Anna Hackl erzählt, wie sie die Mühlviertler Hasenjagd erlebt hat. (Foto: HAK Wels)

Mit fester Stimme und berührender Offenheit erzählte Hackl von jener schicksalhaften Nacht im Jahr 1945, in der zwei aus dem Konzentrationslager Mauthausen geflohene Männer plötzlich vor der Tür des elterlichen Bauernhofs standen. Die Familie versteckte die beiden ukrainischen Häftlinge – Michail und Nikolai – unter Lebensgefahr bis zum Kriegsende, während draußen die „Mühlviertler Hasenjagd“ tobte, eine gnadenlose Menschenhatz durch SS und Zivilbevölkerung.

Viele Jahre später führte der Zufall die beiden Ukrainer Michail und Nikolai mit ihrer „österreichischen Mutter“ wieder zusammen. Seitdem ist aus Mut eine Freundschaft über Generationen und Ländergrenzen hinweg entstanden.

Eine Begegnung mit der Geschichte

Im Festsaal der Schule ist es still, während die 94-Jährige spricht. Ihre Worte sind klar, eindringlich, erschütternd: „Passt gut auf und gebt gut acht“ – und man spürt: Das ist keine Floskel. Hackl erzählt – und lässt dabei Platz für Fragen und für Gefühle. Mit ihrem erschütternden Einblick in die damalige Zeit, mit den dramatischen Schilderungen und mit ihren alten Fotos hat die beeindruckende Zeitzeugin so manche zu Tränen gerührt.

Anna Hackl macht aber auch Mut, Haltung zu zeigen und wachsam zu sein gegenüber jeglichen Formen der Hetze gegen Menschen – damals wie heute. Denn das, was ihre Familie einst auszeichnete, ist heute aktueller denn je: Zivilcourage und Mitgefühl.

Es sind Momente, die sich tief ins Gedächtnis brennen. Wenn eine 94-jährige Frau vor jungen Menschen steht und von Mut erzählt – nicht aus Büchern, sondern aus dem eigenen Leben. Es war mehr als ein Vortrag. Es war eine Begegnung mit Geschichte und ein Lernen für die Zukunft.


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