WELS. Der Bedarf an Blutplasma ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Seit der Corona-Pandemie ist aber die Zahl der Spender im Schnitt um 20 Prozent gesunken als davor. Beim „Tag der offenen Tür“ im BioLife Plasmazentrum Wels machte das Unternehmen – unterstützt von Schülern der HLW Wels – auf diese Entwicklung aufmerksam.
Blutplasma ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung über 100 lebenswichtiger Medikamente, die unter anderem bei schweren Immunerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen oder nach Verletzungen zum Einsatz kommen. Beim „Tag der offenen Tür“ verdeutlichte das BioLife Plasmazentrum Wels in Koop mit der HLW Wels, die medizinische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung und welche medizinischen, organisatorischen und logistischen Prozesse notwendig sind, um die Plasmaaufbringung langfristig sicherzustellen.
„Medizinische Versorgung“
„Oberösterreich ist auf eine stabile Plasmaaufbringung angewiesen, um die medizinische Versorgung im Land sicherzustellen. Der Standort Wels spielt dabei eine zentrale Rolle, sowohl für die regionale Gesundheitsversorgung als auch als Teil eines funktionierenden Gesamtsystems“ ,sagt Martin Forstner, Zentrumsmanager des BioLife Plasmazentrums Wels. „Ohne die kontinuierliche Bereitschaft freiwilliger Spender wäre die Behandlung zahlreicher Patienten nicht möglich“, unterstreicht Dr. Christine Rotter-Steger, Ärztliche Leiterin.
Die gesamte Plasmawirtschaft trägt rund 1,3 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei. Private Anbieter bilden dabei das Rückgrat der Versorgung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Europa zu über 40 Prozent von Plasmaimporten aus den USA abhängig ist. In Österreich sind 25 Plasmaspendezentren in Betrieb.
Vorgaben
Geeignet für die Plasmaspende sind alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, die ein Körpergewicht von mindestens 50 Kilo aufweisen. Neben einer Aufwandsentschädigung für den Zeitaufwand von aktuell 40 Euro pro Spende profitieren Spender von regelmäßigen, kostenfreien Gesundheitschecks im Plasmazentrum.
Bei der Plasmapherese wird das Blut über ein steriles Einwegset in ein geschlossenes Schlauchsystem mit Zentrifuge geleitet. Dort werden die Blutbestandteile getrennt: Das Plasma wird entnommen, während rote Blutkörperchen, Blutplättchen und andere Bestandteile dem Körper unmittelbar wieder zurückgegeben werden. Der Prozess ist für den Körper schonend.
Alle Infos unter www.plasmazentrum.at
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