WELS/WIEN. Die Beschäftigung mit Horror macht es möglich. So kann man binnen zwei Tagen an der Uni Wien promovieren und beim Ö3-Podcast Award den zweiten Platz einheimsen. Kulturwissenschaftler Stefan Sonntag hat dies souverän geschafft.

Nicht nur Welsern ist Sonntagbauer als Bassist der Band Krautschädl wohl bekannt. Die Texte waren mundartgeprägt. Nach dem Ende seiner Musikkarriere hat sich Sonntagbauer den oberösterreichischen Hang zum Scherzen erhalten und sich wissenschaftlich dem Thema Horror gewidmet. Daraus ist nicht nur die Promotion , sondern auch der äußerst erfolgreiche Wissenschaftspodcast „Dr. Horror“ entstanden. Darin geht es um Theorien, gesellschaftlich kritische Ansätze, analytische Psychologie und einiges mehr.
Wissenschaftliche Annäherung
Sonntagbauer nähert sich Dracula, Hexen, Chucky, Freddy Krueger und den vielen anderen Kollegen auf wissenschaftliche Weise ohne ein gewisses Augenzwinkern nicht außer Acht zu lassen. Doch die Vermittlung von wissenschaftlichen Aspekten steht im Vordergrund. Es geht um Thesen, neue Perspektiven auf die individuellen Figuren und das Genre Horror per se. „Mit Dr. Horror will ich die Forschung aus der Universität zu den Menschen bringen und sie inspirieren, nicht nur ihre Lieblings-Bücher und Filme, sondern auch das Leben und unsere Kultur neu zu verstehen“.
Viele Gäste und unterschiedliche Genres
Mit dabei sind Gäste aus unterschiedlichsten Disziplinen, die ihre eigene Perspektive auf das Genre einbringen – von Kabarettist Berni Wagner bis hin zur Stanford-Schlafforscherin Brigitte Holzinger. Im Zentrum steht für Sonntagbauer der gesellschaftliche Impact: „Gerade heute, wo die Gesellschaft immer mehr polarisiert, ist es wichtig, dass wir als Wissenschaftler selbstbewusst auftreten und Menschen dazu inspirieren, Gesellschaft neu zu denken“.


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