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"Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend" 

Gerald Nowak, 07.04.2026 18:00

WELS. Steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Kinderbetreuung und unsichere Einkommen treffen besonders Frauen. Im Vorjahr unterstützte die Caritas-Sozialberatung 341 Frauen und 301 Männer aus Wels und Wels-Land ¬– insgesamt 6 Prozent mehr als 2024. Dazu kamen 386 Kinder, die auf diesem Weg mitversorgt wurden.

Ulrike Sembera bei einer Beratung (Foto: privat)
Ulrike Sembera bei einer Beratung (Foto: privat)

Diese Hilfe ist nur durch Spenden möglich. Bis Herbst sind wieder zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren für die Caritas-Haussammlung unterwegs, um Spenden für Menschen in Not zu sammeln, damit betroffenen Familien rasch geholfen werden kann.

Beispielfall

Die Caritas erklärt anhand des Schicksal einer alleinerziehender Mutter zweier Kinder, wie schnell es gehen kann. Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Wochenstunden bei einer Reinigungsfirma – mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer beiden Kinder (drei und zehn Jahre alt) nicht vereinbaren. Trotz ihres großen Einsatzes reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Der dreiköpfigen Familie stehen rund 1.970 Euro monatlich zur Verfügung. Allein für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben der Familie etwa 790 Euro zum Leben – das sind rund 263 Euro pro Person im Monat beziehungsweise weniger als neun Euro pro Tag.

Zusätzlicher Druck entstand durch Schulden aus der Zeit nach der Karenz, als mangels Kinderbetreuungsplatz weder Erwerbsarbeit noch Arbeitslosengeldbezug möglich waren. Ein Kontoüberzug war die Folge. In dieser Zeit wurde ihr auch die Sozialhilfe nicht gewährt. Die Wohnbeihilfe stand ihr aufgrund fehlender durchgehender Erwerbszeiten ebenfalls nicht zu.

In dieser belastenden Situation wandte sich die Betroffene an die Caritas-Sozialberatung. Neben einer umfassenden Beratung half die Caritas in der akuten Not mit Lebensmittelgutscheinen. Zudem wurden Gebührenbefreiungen beantragt und über den Bildungsfonds konnten offene Rechnungen für Hort und Krabbelstube beglichen werden.

„Der Fall zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit und aufgrund der Kinderbetreuung in existenzielle Not geraten können. Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend. Dank der Spenden aus der Haussammlung können wir betroffene Familien rasch unterstützen und Perspektiven eröffnen“, sagt Caritas-Sozialberaterin Ulrike Sembera. 


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