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WELS. Das Eis war schnell gebrochen beim hohen Besuch in der HTL: Die 16-jährige Lilia Finstermann fotografierte mit ihrer selbst konstruierten und gebauten Kamera den Microsoft Technikchef Travis Scott und Gattin Shannon Hunt. Sofort entwickelte sich ein Fachgespräch über die Technik und es gab viel Anerkennung für die Arbeit.

Lilia Finstermann zeigt die selbstgebaute Kamera dem Ehepaar Scott. (Foto: Tips)
Lilia Finstermann zeigt die selbstgebaute Kamera dem Ehepaar Scott. (Foto: Tips)

„Mein Bruder und ich beschäftigen uns hobbymäßig mit Fotografie und Film. Eine solche Kamera wäre sehr teuer, deshalb habe ich sie einfach selbst gemacht“, erzählt die Schülerin. Und das Ehepaar Scott und Hunt war begeistert.

Am Tag davor war Scott noch in Gmunden unterwegs. Der Grund: Der Microsoft Technikchef interessiert sich privat sehr für Porzellan-Herstellung. Mit der Firma „Behind The Tech Labs“, die er mit dem Burgenländer Joachim Radics gegründet hat, will Scott Bildungsinitiativen und Kunstprojekte rund um die Handwerkskunst fördern. Dazu gibt es jetzt eine Kooperationsvereinbarung mit Gmundner Keramik, die wiederum mit der HTL Wels kooperiert. Hier schließt sich der Kreis zu dem Besuch in Wels. Gmundner Keramik bietet den Schülern Praktikumsplätze an und hilft bei Diplomarbeiten. Derzeit arbeiten die HTL-Schüler an einer Prozedur, wie man das Aufbringen der Glasur bei Gmundner Keramik verbessern kann. Microsoft-Technikchef Scott zeigte sich auch hier begeistert und diskutierte mit den Jugendlichen über die Technik und Möglichkeiten.

„Tradition erhalten“

Der CTO erzählte aus seiner eigenen Lebensgeschichte: „Ich komme aus einer Familie von Handwerkern. Sie waren Tischler und haben immer mit den Händen gearbeitet. In meiner Freizeit versuche ich das auch immer noch“, erzählt Scott. Das ist die eine Seite der Medaille: Das Handwerk. Doch das Interesse geht dahin, wie modernste Technik die Arbeit unterstützt: „Wir wollen damit auch Traditionen bewahren und in die Zukunft führen. Das ist mir sehr wichtig“, so Scott. Vor allem fasziniert es ihn, wie schwierig es ist, alte Techniken zu verstehen und jetzt nachzustellen. Die eigene Kreativität kann so unterstützt werden, um damit die „Kunst des Möglichen“ zu entdecken.

HTL Wels

Beim Besuch in Wels ging es auch darum, die Schulform vorzustellen. Direktor Bertram Geigl sprach generell über die HTL. Markus Eibl ist Abteilungsvorstand des Chemiezweiges und führte durch die Schule. Die Gruppe besuchte die Labors, die Schüler zeigten ihre Arbeiten und es kam zu interessanten Diskussionen. Der Chemiezweig in Wels ist besonders groß. Der Frauenanteil ist es im Vergleich auch. Wichtig ist hier die Kombination von Praxis und Theorie. Dazu kommen auch Social Skills und Fremdsprachen. So war Englisch keine Sprachbarriere.


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