Erinnerungsveranstaltung für fünf Opfer des NS-Regimes in Wels
WELS. Am Montag, dem 30. November, wird an fünf Opfer aus Wels erinnert, für die jeweils ein Stolperstein an ihren früheren Wohnadressen verlegt wurde. In der Stadthalle Wels wird um 18.00 Uhr die Geschichte der örtlichen Opfergruppe von Jehovas Zeugen näher beleuchtet und der Bogen in unsere Zeit gespannt. Der Eintritt ist frei.

In Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Wels wurden Ende Juli 2026 fünf Erinnerungssteine verlegt. Sie gehörten der Opfergruppe mit dem „lila Winkel“ an und waren so als Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden, leicht zu erkennen. Zu den Opfern gehörten das Ehepaar Anna Emilie und Egmund Andreas Stadtegger in der Alois-Auer-Straße 16, Frau Anna Zötl in der Hans-Sachs-Straße 22, Herr Ludwig Anton Estl in der Dr.-Groß-Straße 26b und Frau Maria Berger in der Salzburger Straße 47/1.
Sie verweigern als Zeugen Jehovas von Beginn an den Hitlergruß, den Wehrdienst und jegliche Tätigkeit in der Rüstungsproduktion. Daraufhin wurden sie vom NS-Regime verboten und verfolgt.
Die ersten Stolpersteine in Wels
2008 wurden die ersten Stolpersteine in Wels verlegt. Die sechs bisher eingebauten Stolpersteine erinnern an Karl Ammer, Elfriede Grünberg, Ernestine Grünberg, Klara Grünberg, Ignaz Rössler und August Wörndl. Drei davon waren jüdische Frauen, zwei gehörten der sogenannten „Welser Gruppe“ als Widerstandskämpfer an und August Wörndl war katholischer Ordenspriester.
Erinnerungsveranstaltung in der Stadthalle Wels
Die Erinnerungsveranstaltung wird musikalisch vom Duo „Roob & Simon“ begleitet, das mit Klavier und Violine eine einzigartige Verbindung zwischen Klassik und moderner Musik schafft. Ein Musikstück stammt von Erich Frost, welches er als Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen komponierte. Der Titel lautet „Fest und entschlossen“ und könnte nicht passender für die Opfergruppe stehen, die von Beginn an Widerstand leistete.
Umfangreiches Programm
Besucher dürfen sich auf die einleitende Rede von Stadtrat Stefan Ganzert freuen, der das Projekt Stolpersteinverlegung engagiert und mit viel Arrangement vorantrieb. Ein weiterer Höhepunkt ist die Stimme der Jugend. Zwei junge Menschen beschäftigten sich mit der Geschichte der fünf Opfer und erzählen, wie die Haltung und die Gesinnung dieser Menschen ihre Sicht verändert haben.
Mit Spannung wird die Rede von Renata Schmidtkunz erwartet, die den Begriff „Widerstand“ in ihrer Festrede aufgreift. Schmidtkunz ist bekannt durch ihre 35-jährige Tätigkeit als Redakteurin, Filmemacherin und Moderatorin beim ORF in Wien. Die Journalistin und evangelische Theologin wird erklären, wie es dazu kam, dass der Widerstand der Zeugen Jehovas oftmals den Tod zur Folge hatte.
Veranstalter: Verein „Lila Winkel“
Der Verein „Lila Winkel“ widmet sich seit 1998 der Rehabilitierung und Unterstützung von Opfern der NS-Zeit. Durch diese Gedenkveranstaltung erinnert der Verein an das Schicksal der Opfergruppe von Jehovas Zeugen in Wels. Das gesamte Programm wird für jene, die nicht in Präsenz vor Ort sein können, auch per Zoom übertragen.
Tag der Veranstaltung: Montag, der 30. November 2026, um 18:00 Uhr Ort der Veranstaltung: Stadthalle Wels, 4600 Wels, Pollheimerstraße 1 Beginn: 18:00 Uhr
Einlass: 17:00 Uhr
Voraussichtliches Ende: 19:30 Uhr
E-Mail: fmzagler@fmzagler.at
Eintritt: Der Eintritt ist frei.
Parken: Parkhaus „Gerstl-Haus“ (Pollheimerstraße 7) od. Parkplatz Festwiese (hinter der Stadthalle)
Website von Renata Schmidtkunz: www.renataschmidtkunz.com Website des Vereins Lila Winkel: www.lilawinkel.at








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