KZ-Gunskirchen: Verdrängtes Kapitel der Geschichte ins Bewusstsein zurückholen
GUNSKIRCHEN. Mit einer emotionalen Feier eröffnete das Mauthausen Komitee den Gedenkort an das KZ-Nebenlager. Der Gegensatz zwischen dem herrlichen Herbstwetter bei dem Festakt und „Die Hölle auf Erden“, wie Überlebende das Waldstück bezeichnen, könnte nicht größer sein.

Das KZ-Außenlager Gunskirchen galt als eines der grausamsten Lager im System Mauthausen. Ab März 1945 wurden vor allem jüdische Häftlinge, viele von ihnen aus Ungarn, nach Todesmärschen in das Lager gebracht. Ohne ausreichende Versorgung, medizinische Betreuung oder Perspektive waren sie dort dem Sterben ausgesetzt. Der Überlebende Avigdor Neumann hielt in seiner Ansprache fest: „Ich sehe die SS-Männer im Wald“, und weiter „Es war davor auch schlimm, aber Gunskirchen war sehr schlimm“. Es sei die Pflicht aller, künftige Generationen so zu informieren, dass derartige Schrecken nicht mehr möglich sind.
„Verantwortung für das Erinnern“
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich: „Mit dem Gedenkort Gunskirchen holen wir ein verdrängtes Kapitel der Geschichte ins öffentliche Bewusstsein zurück. Wir machen das sichtbar, was lange unsichtbar war – und übernehmen die Verantwortung für das Erinnern“.
4.000 Quadratmeter
Für den Gedenkort erwarb das Mauthausen Komitee Österreich einen 4.000 Quadratmeter großen, abgetrennten Teil des denkmalgeschützten ehemaligen Lagergeländes. Sechs dezent in das Waldstück eingebundene Glasstelen vermitteln Basisinformationen und behandeln fünf Themenbereiche: den Weg nach Gunskirchen, das Lager, die „Hölle im Wald“, die Befreiung und die Entwicklungen nach 1945. Über QR-Codes gelangen Besucher zum virtuellen Gedenkort mit vertiefenden Texten, Bildern, Videos und Audiodateien.








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