80 Jahre Welser Wochenmarkt: Familie Fuchshuber feiert Jubiläum
WELS/OFFENHAUSEN. 80 Jahre Welser Wochenmarkt – und immer mit dabei: Familie Fuchshuber. Seit 1946 sind die Landwirte aus Offenhausen in Wels vertreten und damit solange wie kein anderer Marktbeschicker. Ihr Warenangebot hat sich in den letzten 80 Jahren allerdings gewandelt: Heute wird kein Rahm mehr verkauft, sondern das unverkennbare Holzofenbrot.

Wenn am Welser Wochenmarkt der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Marktstände zieht, dann kommt das unter anderem auch von Günther Fuchshubers Holzofenbrot. Seit 80 Jahren gehört seine Familie zum festen Bild des Traditionsmarktes und dieses Jubiläum feierten die Kohlböcks mit ihren Kunden am Samstagsmarkt.
Begonnen hat alles im Herbst 1946. Damals fuhr die Familie erstmals mit Rahm zum Markt. Zunächst ging es mit dem Autobus nach Wels, später wurde die Ware mit einer 125er Puch und der Rahmbitschen zum Markt gebracht.
Vom Rahm zum Holzofenbrot
Eine entscheidende Wende kam 1959. Mit dem ersten VW Käfer begann die Familie Fuchshuber, das Brot vom Kohlböckhof auf dem Markt zu verkaufen. Die Wurzeln dieser Brotkultur reichen allerdings noch viel weiter zurück. Die Rezeptur des Original-Störi kam bereits im Jahr 1894 mit der Urgroßmutter Maria Lachmair auf den Kohlböckhof.
Die 13. Generation bäckt Brot
Am Hof selbst wird bereits seit 1577 Brot gebacken. Günther Fuchshuber und seine Kinder sind damit schon die zwölfte und 13. Generation, die beim Kohlböck die Glut am Brennen halten. In den Jahrzehnten nach dem Beginn des Marktverkaufs war das Angebot der Familie allerdings noch wesentlich breiter. Ab den 1960er-Jahren bis in die 1990er-Jahre wurden neben Brot auch Eier, Most, Geflügel und Schnaps am Welser Wochenmarkt angeboten.
Mit den 1990er-Jahren begann schließlich die zunehmende Spezialisierung auf das Holzofenbrot und die Fuchshuber-Bäcker legten dabei großen Wert auf traditionelles Handwerk, hochwertige Rohstoffe und den charakteristischen Geschmack des im Holzofen gebackenen Brotes.
Auszeichnungen für echtes Handwerk
Diese Philosophie schätzen nicht nur die oft jahrzehntelang treuen Kunden, sondern auch Fachleute. Zwischen 2008 und 2016 konnte Günther Fuchshuber zahlreiche Auszeichnungen für sein Holzofenbrot erringen – von der Genusskrone bis zum Titel Brotkaiser.
„Die Preise waren eine Bestätigung für die Qualität eines Brotes, dessen Herstellung stark mit der Geschichte des Hofes verbunden ist. Gebacken wird nicht nach einem kurzfristigen Trend, sondern nach einer über Generationen weitergegebenen Tradition“, ist der 50-jährige Bäcker stolz.
Urdinkel und Champagnerroggen
Tradition bedeutet für Fuchshuber aber keineswegs Stillstand. Seit 2010 gewinnt beim Kohlböck der Anbau und die Vermarktung von Urdinkel zunehmend an Bedeutung. Seit 2020 kommt auch der Champagnerroggen stärker zum Einsatz.
Damit schließt sich der Kreis zwischen Landwirtschaft und Bäckerei: Die Familie baut wichtige Rohstoffe selbst an und bringt sie anschließend als hochwertiges Produkt auf den Markt. Regionalität beginnt für die Kohlböcks damit nicht erst beim Verkauf, sondern bereits auf den eigenen Feldern.
Kinder helfen am Feld und in der Backstube mit
Besonders freut Fuchshuber, dass auch die nächste Generation schon fleißig mithilft, sei es am Traktor am Feld oder in der Backstube. „Was vor 80 Jahren mit Rahm und einer Fahrt zum Welser Wochenmarkt begann, ist heute ein Familienunternehmen, das Tradition und zeitgemäße Landwirtschaft miteinander verbindet“, ist der Landwirt dankbar und der Welser Wochenmarkt ist für ihn weit mehr als ein Verkaufsplatz. „Über acht Jahrzehnte hinweg war er Treffpunkt, Arbeitsplatz, Schaufenster und ein wichtiger Bestandteil der Familiengeschichte“, stellt Fuchshuber fest und freut sich schon auf viele weitere Jahre am Marktstand in Wels.








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