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WELS. Das Frauenhaus ist umgezogen. Unter anonymer Adresse ist es nun im Westen der Stadt beheimatet. Im neuen, modernen Wohnhaus gibt es Kapazitäten für sechs Frauen.

Gabriele Oberlinninger (GF Frauenhaus Wels), SP-Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer, Sonja Duda (Leiterin Frauenhaus Wels) Foto: Stinglmayr/Land

„In Wahrheit ist die größte Gewaltbedrohung für Frauen nicht auf der Straße, sondern in der eigenen Familie“, erklärt Sozial-Landesrätin Gerstorfer. In rund 60 Prozent aller Fälle war der Misshandler im Jahr 2017 der Ehemann, in weiteren 21 Prozent der Fälle ging die Gewalt vom Lebensgefährten aus. Für 6,5 Prozent der Taten waren Ex-Partner verantwortlich, während in weiteren 6,5 Prozent der Fälle die Gewalt von den Eltern oder anderen Verwandten ausgeübt wurde. Die unabhängigen, überparteilichen und gemeinnützig organisierten Frauenhäuser bieten Frauen und ihren Kindern Schutz durch sofortige Wohnmöglichkeit, sagt Gerstorfer.

Für Frauen, die meist ein jahrelanges Martyrium hinter sich haben, bietet das Frauenhaus die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, Geschehenes zu verarbeiten, Kraft zu tanken und zu überlegen, wie sie eine gewaltfreie Zukunft für sich und ihre Kinder gestalten können. Auch der Kontakt zu anderen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, kann aufbauend sein.

„Frauen, die jahrelang in einer Gewaltbeziehung leben, sind eingeschüchtert, kennen ihre Rechte nicht mehr, sind mutlos und trauen sich nicht, mit Professionisten darüber zu sprechen. Mein Wunsch wäre es, dass alle Frauen wissen, dass es Frauenhäuser gibt, die kostenlos und anonym beraten, und dass Betroffene sich bei jemand Unparteilichem über ihre Rechte informieren können. Wie die Frauen dann entscheiden und welche Lösung für sie die beste ist, das ist Eigenverantwortung“, so Sonja Duda, Leiterin des Frauenhauses.

Die Adresse vom Frauenhaus ist jetzt eine Geheimadresse, im Gegensatz zum alten Standort. „Unter 07242/67851 oder im Internet unter www.frauenhaus-wels.at sind wir rund um die Uhr erreichbar“, erkärt Duda. Neben der Wohnmöglichkeit bieten die Frauenhäuser in Oberösterreich  auch ambulante Beratungen für von Gewalt betroffene Frauen an. Oft ergibt sich dadurch eine andere Lösung als der Einzug in ein Frauenhaus.


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