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WELS. Es war eher eine ungewöhnliche Aktion, die die Stadt und die Fachgruppe Taxiunternehmen der WKO-Oberösterreich gemeinsam mit Shop Marketing Unternehmensberatung durchzogen. In einem Zeitraum über vier Monate waren Test-Taxikunden unterwegs. Die Ergebnisse waren erschreckend.

Es rumort in der Welser Taxiszene. Foto: Wodicka
Es rumort in der Welser Taxiszene. Foto: Wodicka

Bei den 60 Testfahrten war nur bei fünf Versuchen alles in Ordnung. Bei 22 hingegen gab es schwere Verfehlungen. Die Palette reicht von 160 km/h im Stadtgebiet bis hin zu Fahren gegen die Einbahn und mehr (siehe Info). Der Hintergrund für diesen Test war einfach. Die Beschwerden über bestimmte Taxilenker nahmen zu. In Wels sind aktuell 100 Taxis zugelassen. Diese werden von 42 Unternehmen betrieben. „Drei bis vier tauchten bei den Beschwerden immer auf“, sagt Fachgruppenobmann Gunter Mayrhofer: „Die Beschwerden haben sich leider in einem durchaus namhaften Ausmaß bestätigt. Uns geht es um die Qualitätssicherung, denn das Taxi muss auch weiterhin ein sicheres Verkehrsmittel sein“. Ähnlich sieht es auch FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß: „Wir haben gewusst, dass vieles nicht in Ordnung ist. Das Ergebnis hat uns erstaunt und überrascht. Wir werden den Herren auf die Finger klopfen und sie aus dem Verkehr ziehen“. Das bedeutet, dass diese Beanstandungen beim Stadtpolizeikommando und auch bei der Gewerbebehörde zur Anzeige gebracht werden. „Wir machen kein Taxi-Bashing. Die Anstrengung ist da, die schwarzen Schafe aus der Szene zu entfernen. Die Kunden sollen ein gutes Gefühl haben, wenn sie in ein Welser Taxi einsteigen“, meint VP-Stadtrat Peter Lehner.

Die Kooperation zwischen Stadt als Gewerbebehörde, Wirtschaftskammer und Behörden (Finanz, Gebietskrankenkasse und Polizei) wird verstärkt. „Wir fordern auch, dass ein Foto mit Namen des Lenkers im Taxi gut sichtbar zu sehen ist. Das ist in anderen Ländern ganz normal“, sagt Kroiß.

Chefinspektor Andreas Weidinger vom Stadtpolizeikommando kündigt verstärkt Kontrollen an: „Die Welser Taxiszene ist für uns ein verlässlicher Partner. Die schwarzen Schafe werden wir herauspicken“. Allen ist bewusst, dass hier bei den Problemlenkern mit aller Härte vorgegangen werden muss.<

Info

Bei 22 von 60 Testfahrten kam es zu schweren Verfehlungen.

• eine Geschwindigkeit von 160 km/h im Stadtgebiet,

• bei Rot über die Kreuzung fahren,

• gegen eine Einbahn fahren,

• Betrug oder schlampiger Umgang mit Belegen (zum Beispiel Einfordern einer Beleggebühr von 5 Euro, lediglich Ausgabe eines handgeschriebenen, kaum leserlichen Zettels) oder überhaupt

• Missachtung der Belegspflicht,

• Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung oder Tippen von SMS während der Fahrt,

• Fahrt ohne Taxameter im Stadtgebiet sowie

• Fahren eines großen Umwegs zum Ziel


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