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WELS. Die Wirtschaft ist in der Region stark vertreten, das liegt auch am Bankenwesen. Tips hat sich mit Direktor Günter Stadlberger unterhalten. Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Wels spricht in seinem Interview über die Corona-Krise, deren Auswirkungen und die Bedeutung der Regionalbanken.

Raiffeisenbank Wels Direktor Günter Stadlberger: "Was den gesundheitlichen Aspekt betrifft, wage ich keine Aussage dazu – dafür gibt es hoch qualifizierte Virologen. Was jedoch die wirtschaftliche Entwicklung betrifft, so zeige ich mich durchaus zuversichtlich" Foto: Raiffeisenbank

Tips: Beginnen wir mit dem Status quo der Raiffeisenbank Wels. Sie ist ja die größte unter dem Giebelkreuz in Oberösterreich. Wie ist das abgelaufene Wirtschaftsjahr gelaufen?

Stadlberger: Das Jahr 2019 war das erfolgreichste in der Geschichte der Raiffeisenbank Wels. Mit einem Geschäftsvolumen von über 2,6 Milliarden Euro und einer Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro haben wir als Team sehr gut gearbeitet.

Tips: Gerade in der Corona-Zeit gibt es einige Stimmen aus der Bevölkerung, die meinen, dass Banken zu wenig tun. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?

Stadlberger: Ich bin kein großer Freund von Verallgemeinerungen – diese Stimmen können sich wohl nicht auf die Raiffeisenbank Wels beziehen. In den letzten Monaten der Corona-Pandemie hat unsere Bank in Summe 25 Millionen Euro an COVID-Krediten vergeben. Unser Team war auf sämtliche Kundenanfragen fachlich bestens vorbereitet und konnte rasch unterstützen.

Tips: Das Zauberwort in den letzten Jahren war „online“. Wie wichtig ist es jetzt, den Menschen mit Mitarbeitern vor Ort zu helfen? Wo drückt der Schuh in der Bevölkerung?

Stadlberger: Als systemrelevantes Unternehmen haben wir während der Corona-Pandemie unsere Öffnungszeiten nicht verändert. Ganz im Gegenteil: Unsere Berater waren in den letzten Wochen in ständigem Austausch mit unseren Kunden. Wir konnten feststellen, dass gerade in Zeiten von Unsicherheit eine Regionalbank vor Ort und die persönliche Kunden-Berater-Beziehung sehr hoch angesehen wird. Während wir diesen Bedarf als selbstständige Regionalbank abdecken können, zeigt sich hier die große Schwäche der neuen, völlig digitalen Anbieter.

Tips: Machen wir jetzt ein bisschen Kaffeesudlesen. Wie geht es in den nächsten Monaten in Österreich weiter. Auf was muss man sich einstellen? Was soll/kann Politik, Wirtschaft und Bank auf den Weg bringen?

Stadlberger: Was den gesundheitlichen Aspekt betrifft, wage ich keine Aussage dazu – dafür gibt es hoch qualifizierte Virologen. Was jedoch die wirtschaftliche Entwicklung betrifft, so zeige ich mich durchaus zuversichtlich. Wichtig ist es, den Unternehmern und Privatpersonen rasch zu helfen und für ausreichend Liquidität zu sorgen. Dabei ist jedoch Augenmaß und Gespür notwendig. Man darf nicht vergessen, dass die Kredite von den Unternehmen auch zurückbezahlt werden müssen. Somit treten wir mit unseren Kunden in intensive und in die Zukunft blickende Gespräche. Gemeinsam – als Partner – versuchen wir für Privat- und Firmenkunden die besten Lösungen zu finden.


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