Rotax: Sicherheit hat oberste Priorität
GUNSKIRCHEN. Die BRP-Rotax GmbH & Co KG ist führend in der Entwicklung und Produktion von Antriebssystemen für den Freizeit- und Powersportsbereich. Und auch wenn der wirtschaftliche Erfolg wichtig ist: Oberste Priorität hat immer die Sicherheit und die Gesundheit der über 1.700 Mitarbeiter. Gemeinsam mit der Präventionsabteilung der AUVA-Landesstelle Linz wurden deshalb in den letzten Jahren optimale Arbeitsbedingungen geschaffen.

„Fehler sind menschlich und Unfälle passieren leider schneller, als man denkt. Wir bei Rotax sehen unsere Rolle als Arbeitgeber klar darin, für die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter Sorge zu tragen. Dass all unsere Kollegen jeden Abend wohlbehalten zu ihren Familien nach Hause kommen, hat für uns seit jeher oberste Priorität“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Rapberger und deshalb „starten wir jedes Meeting mit dem Thema Sicherheit. Erst danach wird über Technik oder Kaufmännisches geredet“, stellt der General Manager klar.
Von der Schutzbrille bis zur Safety Observation
Neben notwendiger Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhen, Schnittschutzhandschuhen, Gehörschutz oder der für den Produktionsbereich verpflichtenden Schutzbrille gibt es neben zahlreichen anderen Maßnahmen einen Sicherheitsfolder mit Verhaltensregeln, Sensibilisierungsvideos über Unfälle die tatsächlich fast passiert wären, Sensibilisierung mit Hilfe von Virtual Reality und ein Safety Observation-Programm. Dafür gehen Führungskräfte mindestens zwei Mal pro Woche zu unterschiedlichen Arbeitsplätzen und fragen nach Risiken oder Anregungen.
Jeder muss einen Vorschlag umsetzen
Apropos Anregungen: Es gibt auch ein Verbesserungsvorschlagswesen. Jeder Mitarbeiter soll mindestens einen Sicherheitsvorschlag pro Jahr machen und umsetzen. „Tatsächlich bekommen wir pro Mitarbeiter durchschnittlich drei Vorschläge pro Jahr also zwischen 3.000 und 4.000 Vorschläge“, ist Rapberger begeistert. „Manche sind einfach ´Wow`! Unvorstellbar und so gigantisch, was die Leute da einbringen“, freut er sich über das Engagement seiner Mitarbeiter. „Rund 30 Prozent der Ideen sind wirklich gut und werden auch prämiert“, würdigt der Geschäftsführer den Einsatz.
Sicherheits-Verantwortliche
Auf dem Papier ist Doris Beidinger für die Sicherheit im Unternehmen zuständig. Die Sicherheitsfachkraft hat eine Ausbildung bei der AUVA gemacht und ist für die 1.700 Mitarbeiter verantwortlich. Dass sie das nicht alleine bewältigen kann ist klar und deshalb gibt es seit letztem Jahr 13 Sicherheitsvertrauenspersonen und ab Juni noch eine zweite Sicherheitsfachkraft als Verstärkung. Aber selbst General Manager Rapberger macht regelmäßig Sicherheits-Rundgänge mit den Vertrauenspersonen und das zeigt, dass Sicherheit wirklich alle angeht, vom Lehrling bis zum Chef.
Aufeinander achten
Ein Schlagwort ist deshalb auch: „Wir achten aufeinander“. „Es ist ganz wichtig, dass die Mitarbeiter verstehen: Es geht um meine Gesundheit, meine Sicherheit. Ich mache das nicht für meinen Chef“, betont Rapberger. „Und es ist Teil unserer guten Kultur, dass man auch zu einem Kollegen sagen kann: ´Du hast da ein Problem` und dass dieser wiederum nicht sagt ´Was geht dich das an`, sondern: ´Du achtest auf mich, danke`.“
Verlässlicher Partner AUVA
Neben den notwendigen technischen Sicherheitsvorkehrungen und entsprechender Schutzausrüstung spielen dabei vor allem Schulungen, Informationsaustausch und eine gute Zusammenarbeit mit externen Experten eine wichtige Rolle. Im Fall der Rotax ist das die AUVA. Gemeinsam mit der Präventionsabteilung der AUVA-Landesstelle Linz wurden in den letzten Jahren optimale Arbeitsbedingungen geschaffen. Sicherheitsfachkraft Beidinger hat Lärmakustikmessungen und Lärmakustiberatung durchführen lassen und im Juni steht eine Gesundheitswoche mit Schwerpunk Hautschutz auf dem Programm.
„Mit der AUVA steht uns seit Jahren ein verlässlicher Partner zur Seite, der uns in allen Sicherheitsfragen berät und unsere Verantwortlichen ausbildet. So konnten wir auch im vergangenen Jahr im Rahmen der Rotax-Sicherheitsinitiative ‚Mission Zero‘ unsere Unfallstatistik am Arbeitsplatz weiter verbessern“, ergänzt Wolfgang Rapberger.
Zahl der Unfälle halbiert
Tatsächlich ist es um die Arbeitssicherheit in Oberösterreich ganz gut bestellt. Aufgrund der Tatsache dass Oberösterreich ein Industrieland ist, sind die Zahlen im Bundesländervergleich zwar nicht die besten, aber grundsätzlich „hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle durch konsequente Präventionsarbeit und persönliche Beratungen seit 1990 in etwa halbiert. Das bedeutet weniger menschliches Leid, sinkende Krankenstände in den Betrieben und geringere Kosten für die Sozialversicherung“, freut sich Erhard Prugger, AUVA-Landesstellenvorsitzender.
AUVA-Landesstellendirektorin Marina Pree-Candido ergänzt: „Unsere Präventionsexperten decken sämtliche Fachbereiche ab, von Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie bis zur Arbeitsmedizin, Ergonomie und Arbeits- und Organisationspsychologie. Sie verfügen neben ihrem fachlichen Know-how über umfassende Erfahrungen aus den Betrieben und geben dies weiter. Wissen nützt jedoch nur, wenn es im Unternehmen auch umgesetzt und angewendet wird. Daher sind uns bei Beratungen und Schulungen die Praxisnähe und die gemeinsamen Gespräche sehr wichtig. Unser Ziel ist es, dass die Mitarbeiter das erworbene Präventionswissen und Sicherheitsbewusstsein sogar mit nach Hause nehmen “, erläutert Pree-Candido und unterstreicht: „BRP-Rotax ist hinsichtlich Präventionsarbeit und Sicherheitskonzepten ein Vorzeigeunternehmen, das wissen auch die Mitarbeiter zu schätzen und das belegen auch die geringen Unfallzahlen“.


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