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OÖ. Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für mehrere Jahrzehnte. Qualitätsprodukte aus Europa geben nicht nur persönliche Sicherheit in den eigenen vier Wänden, sondern sichern auch den europäischen Industriestandort in einer Zukunftsbranche ab.

 (Foto: Fronius International GmbH)
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Mit billigen No-Name-Produkten aus China geht ein gewisses Risiko einher, können sie doch das schwächste Glied in einer leistungsfähigen PV-Anlage darstellen. Für Konsumenten wird es im Schadensfall schwierig, auf eine Herstellerhaftung zurückzugreifen, wenn dieser nicht nachvollziehbar oder das Unternehmen nicht mehr existent ist. Auch vor Fragen wie „Wer haftet im Brandfall?“ sollte man als Endverbraucher nicht die Augen verschließen.

Stark subventioniert

Eine zentrale Komponente für die Energiewende sind Wechselrichter. Diese wandeln den Gleichstrom, den die Photovoltaik-Module erzeugen, in Wechselstrom um, damit dieser als Haushaltsstrom verwendet werden oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Vor etwa zehn Jahren hatten europäische Unternehmen bei den Wechselrichtern eine starke Stellung. Durch die starke staatliche Subventionierung in China können chinesische Hersteller die Produkte teils unter den Herstellungskosten auf den Markt bringen, was für ungleiche Wettbewerbsbedingungen sorgt. Der Marktanteil von europäischen Herstellern in Europa fiel innerhalb von zehn Jahren von jenseits der 60 Prozent auf rund zehn Prozent.

Förderungen derzeit sehr breit gestreut

„In Europa liegt der Fokus derzeit hauptsächlich auf der Erreichung der Ausbauziele bei den Photovoltaikanlagen. Die Förderungen sind sehr offen gestaltet, die Herkunft der Produkte ist dabei nebensächlich. Was dabei gerne übersehen wird ist, dass wir uns damit in eine Abhängigkeit von China begeben. Jeder Wechselrichter ist mit dem Internet verbunden und kann von der Ferne angesteuert werden. Somit könnten im Fall von geopolitischen Unruhen, potenziell überregionale Blackouts ausgelöst werden“, erklärt Martin Hackl, Leiter des Geschäftsbereichs Solar Energy beim Wechselrichterhersteller Fronius aus Oberösterreich.

Innovationsfähigkeit von Europa stärken

Auch das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft warnt davor, dass sich andere globale Akteure nicht immer an die multilateralen Handelsregeln halten und wirtschaftliche Verflechtungen, die allen nützen, durchaus als geopolitische Instrumente verwendet werden könnten. „Man kann sagen, Europa war lange zu naiv. Europa muss seine Innovationsfähigkeit stärken, in Bildung und Forschung investieren und regulatorische Hindernisse abbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig muss sich Europa für einen fairen, regelbasierten Welthandel einsetzen“, so Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher.

Energiesystem resilient machen

Fronius International, ein heimischer Experte - unter anderem - für Solartechnologie rät, das europäische Energiesystem resilient zu machen, zum Beispiel durch höhere Förderungen Produkte, die in Europa hergestellt wurden. Dies wurde auch bei einem Standortgipfel mit hochrangigen Regierungsvertretern, der kürzlich bei Fronius in Sattledt stattfand, besprochen. Wirtschaftsminister Kocher kündigte an, sich in den kommenden Wochen und Monaten mit Experten, Unternehmen und Sozialpartnern zu einzelnen Themenbereichen zusammensetzen und anschließend konkrete Vorschläge für die nächste EU-Legislaturperiode zusammenfassen und präsentieren.


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