Mit den "schirchen" Wohnungen verdient man das Geld: Warum kleine Wohnungen unter 100.000 Euro oft die besseren Deals sind
OÖ. Viele Kaufinteressenten orientieren sich bei Immobilien zunächst an Optik und Zustand: neu, modern, hochwertig ausgestattet. Genau hier liegt jedoch häufig ein entscheidender Denkfehler.

„Mit den 'schirchen' Wohnungen verdient man das Geld“, sagt David Zulj, Immobilienentwickler aus Oberösterreich.
Was provokant klingt, entspricht in der Praxis oft der Realität. Während Neubauwohnungen durch ihre hochwertige Ausstattung überzeugen, sind sie in der Regel bereits so hoch eingepreist, dass nur noch begrenztes wirtschaftliches Potenzial besteht.
Neu ist attraktiv – aber oft teuer erkauft
Neubauprojekte bieten Sicherheit und modernen Wohnkomfort. Gleichzeitig führen hohe Baukosten und starke Nachfrage dazu, dass die Kaufpreise entsprechend hoch angesetzt sind.
Die Folge: Die erzielbaren Mieten stehen häufig in keinem optimalen Verhältnis zum Kaufpreis. Die Rendite fällt entsprechend gering aus und lässt wenig Spielraum für wirtschaftliche Entwicklung.
Bestandswohnungen mit Potenzial
Anders stellt sich die Situation bei kleineren Bestandswohnungen dar, insbesondere im Preissegment unter 100.000 Euro. Hier ergibt sich oft ein deutlich besseres Verhältnis zwischen Kaufpreis und Mieteinnahmen.
„Gerade bei kleineren Wohnungen stimmt das Verhältnis zwischen Preis und Miete oft deutlich besser. Genau dort entsteht die Rendite“, so Zulj.
Insbesondere in sogenannten B- und C-Lagen lassen sich immer wieder interessante Objekte finden. Diese Standorte stehen weniger im Fokus großer Investoren, bieten aber dennoch stabile Nachfrage und Entwicklungspotenzial.
Renditen von über sechs Prozent sind unter diesen Voraussetzungen keine Seltenheit – vorausgesetzt, der Ankauf erfolgt mit entsprechender Marktkenntnis und realistischen Annahmen.
Stabile Mieterstruktur als entscheidender Faktor
Neben dem Kaufpreis spielt auch die Mieterstruktur eine wesentliche Rolle für den langfristigen Erfolg.
Bei kleineren, leistbaren Wohnungen handelt es sich häufig um Mietverhältnisse mit älteren Personen, die Wert auf Stabilität und ein ruhiges Wohnumfeld legen. Diese Mieter bleiben oftmals über viele Jahre hinweg in derselben Wohnung.
Das bringt für Eigentümer klare Vorteile: geringere Fluktuation, weniger Leerstand und gut planbare Einnahmen.
Zudem bieten Pensionseinkommen in vielen Fällen eine stabile und verlässliche Grundlage für regelmäßige Mietzahlungen.
„Langfristige Mietverhältnisse und verlässliche Zahlungsstrukturen sind ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Immobilienstrategie“, erklärt Zulj.
Wirtschaftlichkeit vor Optik
Während moderne Neubauwohnungen oft im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung stehen, liegt das wirtschaftliche Potenzial nicht selten in weniger auffälligen Objekten.
Entscheidend ist letztlich nicht die optische Qualität einer Immobilie, sondern deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
„Am Ende zählt nicht die Optik, sondern was eine Immobilie langfristig erwirtschaftet“, so Zulj abschließend.



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