Pflichtschulen: Lehrermangel in Wels spitzt sich zu
WELS. Für das kommende Schuljahr sind noch 91 Stellen zu besetzen, davon 65 in Volksschulen. Gleichzeitig steigt vor allem in der Volksschule der Förderbedarf der Schüler in Deutsch und Mathematik. Jetzt entbrennt die Diskussion, wie man hier gegensteuern kann.

Für den FP-Bürgermeister Andreas Rabl liegt es am fehlenden Personal. Die Zahl der offenen Stellen spreche Bände: „„Das ist zwar keine Angelegenheit der Stadt Wels, sondern des Landes und der Bildungsdirektion, trotzdem müssen wir zusammenhelfen, um diesen Mangel zu kompensieren“, meint Rabl und stellt ein Sonderbudget von 80.000 Euro in Aussicht. Geplant sind anfang Juli das erste Mitarbeiterfest für das Schulpersonal, regelmäßige Veranstaltungen wie Kinobesuche und Zuschüsse für hochkarätige Referenten bei Weiterbildungsveranstaltungen. Außerdem werden die Schulbudgets erhöht. Rabl schlägt einen Gehaltsbonus für Lehrer vor, die in städtischen Pflichtschulen unterrichten. Zusätzlich werden in den kommenden Jahren 26,6 Millionen Euro in die schulische Infrastruktur (Schule Wels-West) investiert.
Falsche Prioritäten
„Die Vorschläge des Bürgermeisters sind schön und gut, sie lösen aber nicht das Kernproblem“, kritisiert ÖVP-Fraktionsobmann Markus Wiesinger. „Wenn Kinder für die Sprachförderung am Gang unterrichtet werden müssen oder eine Volksschule auf eine Expositur ausweichen muss, dann braucht es keine Symbolpolitik, sondern endlich zusätzliche Räume. Die Stadt ist Schulerhalter und damit für die Schulgebäude verantwortlich. Wer notwendige Infrastrukturmaßnahmen nicht einmal auf die Tagesordnung bringt, kann nicht glaubwürdig behaupten, Bildung habe Priorität. Die Probleme liegen seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt braucht es Entscheidungen, nicht weitere Ablenkungsmanöver“.
Stadt und Land müssen handeln
Die SPÖ spricht von einem Bildungsnotstand. Stadt und Land müssen endlich handeln, meint SP-Vizebürgermeister Klaus Schinninger. Es brauche mehr finanzielle und personelle Ressourcen, auch in den Kindergärten. Zusätzlich verschärft der Platzmangel an mehreren Schulstandorten die Situation weiter. Dass die Volksschule Wels-West erst jetzt umgesetzt wird, ist auch ein Ergebnis jahrelanger politischer Blockade des Bürgermeisters, so Schinninger.


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