Künstlerpaar haucht Alteisen neues Leben ein
WESENUFER. Einen Bauernhof mit sechs Hektar Grund und traumhaftem Donaublick nennen Annemarie und Günther Fahrner ihr Eigen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, begründet Günther Fahrner die Entscheidung das Anwesen zu kaufen und zum neuen Zuhause mit Atelier für das Künstlerpaar umzubauen. Die sympathischen Tiroler leben und arbeiten seit mittlerweile drei Jahren in Wesenufer.

Schon von weitem sind sie sichtbar, die riesigen Metallobjekte des Skulpturenparks Fahrner in Wesenufer. Teilweise vier Meter hoch oder noch höher beeindrucken die Skulpturen, die meist Charaktere der Mythologie darstellen, die Besucher.
Glück in Wesenufer gefunden
Bis vor drei Jahren kannte diese Objekte allerdings im Bezirk wohl kaum jemand. Das Tiroler Ehepaar war damals auf der Suche nach einem Haus mit dem Wunschziel Donau, das sowohl neues Zuhause als auch neues Atelier werden sollte. „Das Glück war auf unserer Seite. Der Bauernhof hat uns gleich gefallen, vor allem wegen dem schönen Donaublick und den netten Leuten“, erzählt Günther Fahrner. Der Bauernhof verfügt über sechs Hektar Grund. Eine Tatsache, die anfangs zu kleinen Schwierigkeiten führte. „Wir haben nicht einmal gewusst, wie man die Gänge in den Traktor einlegt“, erzählt Fahrner schmunzelnd, der dank der Hilfe der Nachbarn dieses Problem rasch lösen konnte.
Lebendigkeit des Altmetalls
Wichtig bei der Suche nach einem neuen Zuhause war vor allem, die Möglichkeit ein großes Atelier unterzubringen. Seit mittlerweile 20 Jahren fertigen die beiden Skulpturen aus Altmetall, die meist menschengroß oder noch größer sind. „Die Lebendigkeit von Alteisen ist faszinierend. Die Teile, die wir verwenden haben Geschichte: die Spuren der Produktion und Nutzung sind sichtbar. Sie bringen Geschichte mit und werden von uns in eine neue Geschichte eingebunden“, erklärt Annemarie Fahrner ihre Liebe zu Altmetall. Günther Fahrner war anfangs skeptisch: „Ich dachte Eisen ist ein blödes Material. Doch nach den ersten Versuchen mit dem Schweißgerät meines Vaters, das wie sich später herausstellte eigentlich kaputt war, war die Liebe zum Material da.“
Kunst soll beflügeln
Die Skulpturen des Künstlerpaares thematisieren die Mythologie. „Für uns ist die Mythologie ein heißes Eisen, denn die Geschichten spiegeln die Grundsituation der Menscheit und des menschlichen Seins wider. Diese Grundthemen werden in guter Art auf den Punkt gebracht“, erklärt Annemarie Fahrner. Die Skulpturen sollen den Betrachter zu einer eigenen Interpretation anregen. „Kunst soll etwas Positives weitergeben. Wenn der Besucher gestärkt wieder geht, dann haben wir gewonnen. Darin ist für uns auch die Verbindung zur Mythologie gegeben, denn die soll den Menschen weiterhelfen. Unsere Kunst soll positiv beflügeln und zu neuem Denken anregen“, erklärt das Paar unisono abschließend.


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