Windhaag: Green Belt Center ist pleite

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 02.04.2018 17:57 Uhr

WINDHAAG. In schweren finanziellen Turbulenzen trudelt das 2015 errichtete Green Belt Center. Die Betreiberfirma Naturraum Grünes Band GmbH hat 410.000 Euro Schulden angehäuft. Geschäftsführer Christoph Lettner hat sein Dienstverhältnis beendet. Der Gemeinde bleibt ein Scherbenhaufen, der nun mühsam abgetragen werden muss. Tips sprach mit Bürgermeister Erich Traxler (VP).

Tips: Herr Bürgermeister, wie kam es zu dieser tristen Lage?

Traxler: Es geht um offene Darlehensschulden aus der Errichtung des Green Belt Centers. Sie resultieren aus einem Förderausfall, einer Baukostenüberschreitung, nicht erbrachter Eigenanteile des Vereins und Bilanzverlusten. Die Gemeinde hat eine Bürgschaft übernommen. Ich bedauere es sehr, ich habe viel Herzblut und auch viele ehrenamtliche Stunden investiert.

Tips: Wie geht es nun weiter?

Traxler: Wir müssen den Betrieb bis 2020 weiterführen, da eine Insolvenz eine Rückzahlung der Förderungen bedingen würde. Dann ginge es um 1,3 Millionen Euro. Das Regio-13-Projekt wurde zu 80 Prozent gefördert. Der Schuldenstand muss getilgt werden. Ob das Center verkauft wird, muss genau überlegt werden. Hilfe muss nicht unbedingt von der öffentlichen Hand kommen.

Tips: Ein Darlehen zur Schuldentilgung kommt nicht in Frage?

Traxler: Ein Darlehen, wie von der Gemeindeabteilung geraten, würde Windhaag in den Härteausgleich führen. Eine Entscheidung, die den Gemeindehaushalt für Jahrzehnte einschränkt. Wenn sich alle ein wenig bewegen, hat„s das nicht not. Es gibt andere Finanzierungsangebote von der Bank und einen Kaufinteressenten.

Tips: Sie sind als Bürgermeister Gesellschaftsvertreter. Ist im Gemeinderat über Ihren Rücktritt diskutiert worden?

Traxler: Ich habe die Diskussion über das Vertrauen in mich freigestellt, die Fraktionen waren sich einig, dass ein Köpferollen nichts bringt. Ich bin in meinem zehnten Jahr als Bürgermeister, in dieser Zeit ist auch schon viel umgesetzt worden.

Tips: Im Gemeinderat wurde die Frage gestellt, warum die Notbremse nicht früher kam.

Traxler: Die Besucherzahlen sind dem Businessplan hinterhergehinkt. Auch die Aktivprogramme fanden nicht den nötigen Zuspruch. Ob das an den Inhalten gelegen ist oder an der dezentralen Lage, weiß ich nicht. Im Gemeinderat hat sich nie jemand dafür interessiert, rechtlich bin ich nicht verpflichtet, zu informieren. Es ist aber nicht so, dass wir nie über das Green Belt Center gesprochen hätten. Mir kann man anlasten, dass ich zu offen gegenüber neuen Projekten bin. Gibt man einer Sache aber keine Chance, wird es sie nie geben. Das Waldhaus hat dringend saniert werden müssen. Was kaum zur Kenntnis genommen wird: Der Gemeinde ist kein Schaden erwachsen. Rechnet man Schulden und Wert gegen, bleibt ein Plus von 800.000 Euro.

Am 28. April startet das Green Belt Center wie geplant nach der Winterpause wieder neu durch. Geplant ist zunächst eine Sonderausstellung zum Thema Energieverbrauch. Geöffnet wird Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr sowie auf Anfrage sein. Freiwillige Helfer sind jederzeit willkommen. Weitere Informationen, auch zur Vermietung von Räumlichkeiten, auf der Homepage www.greenbeltcenter.eu

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Kommentare

  1. Gastuser
    Gastuser03.04.2018 08:41 Uhr

    Förderausfall? - ... Sie resultieren aus einem Förderausfall... Förderungen werden nicht ausbezahlt wenn Auflagen, Förderbedingungen nicht eingehalten wurden. Welche waren das und wer ist dafür verantwortlich?

  2. Gastuser
    Gastuser03.04.2018 08:10 Uhr

    Fördergelderverschwendung - Fragwürdiges wird gefördert im Namen des Green - Belt - Center: http://www.greenbeltcenter.eu/mit-guidegreen-belt-erleben/camps/frauencamp-mit-wilder-kraeuterkueche/

    • Gastuser03.04.2018 08:21 Uhr

      Nachlesbar unter - auch folgendem Link:
      https://www.zukunftsraumland.at/projekte/1709

    • Gastuser03.04.2018 13:18 Uhr

      fragwürdig? warum? - interessant, dass hier ein einziges winziges Projekt als fragwürdig bezeichnet wird. mich interessiert, warum der schreiber gerade dieses Projekt für fragwürdig hält, und ob er weiß wie viel Förderung (in Euro und in % vom Gesamtbudget) dieses Projekt bekommen hat.

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