Zwei Lastwagen voll Plastikmüll auf 200 Metern Strand gesammelt
WINDHAAG. Bambusmöbel bauen, den Strand vom Plastikmüll befreien und Schüler über Umweltschutz aufklären – der 19-jährige Tobias Schinagl aus Windhaag verbrachte sechs Wochen in Ghana, um sich diesen Aufgaben zu widmen.

In der Übergangszeit von der Schule auf das Berufsleben wollte Schinagl etwas Gutes tun und dabei auch etwas erleben. Er reiste im Winter nach Axim (Ghana), um dort in einem Ressort mitzuhelfen. „Plastikmüll ist dort ein großes Problem“, erzählt Schinagl. Am Strand türmen sich Berge von Plastikmüll. „Darunter sind auch gefährliche Sachen wie alte Spritzen aus dem Krankenhaus oder Rasierklingen.“ Eine deutsche Organisation hat sich dem Plastikproblem in Axim angenommen, viele junge Österreicher und Deutsche helfen freiwillig vor Ort mit.
„Die jungen Leute sind sehr interessiert“
„Wir haben von morgens bis abends Sessel, Mistkübel und Tische aus Bambus gebaut, um Plastikmöbel zu ersetzen“, berichtet Schinagl. „Bambus wächst schnell und ist in Ghana fast überall zu finden.“ Auch einen Vortrag über Umweltschutz und Plastikvermeidung hielt der Windhaager gemeinsam mit anderen Freiwilligen in einer Schule vor Fünf- bis 17-Jährigen. „Die jungen Leute in Ghana sind sehr interessiert an dem Thema. Sie hoffen auf eine gute Zukunft und sind offen für neue Ideen.“
Aberglaube: „Plastik schützt das Dorf“
Obwohl die Hilfe meist positiv und gerne angenommen wird, gibt es auch Skeptiker in Axim. „Manche haben uns beschimpft. Gerade ältere Menschen vor Ort wollen keine Veränderung und beharren auf Traditionen. Es gibt auch einige Aberglauben, wie, dass das Plastik das Dorf vor einer Flut schützt“, erzählt Schinagl. In ihrer Freizeit haben sich ein paar Freiwillige zusammengetan und Strandabschnitte vom Plastikmüll befreit. „Da waren oft mehrere Schichten Müll unter dem Sand.“ Auf zirka 200 Metern Strandabschnitt wurden zwei Lastwagen voll Plastikmüll gesammelt. „Viele Einwohner und auch ein paar Touristen haben spontan geholfen“, sagt Tobias Schinagl.
Dschungel, Fußball und Asyl-Unterkunft
Neben der Arbeit blieb auch etwas Zeit, um die Gegend zu erkunden und Zeit für Sport. „Wir haben oft Fußball mit den Kindern gespielt, ich habe Surfen probiert und war jeden Tag im Meer.“ Ein besonderer Höhepunkt war ein Ausflug in den Dschungel. „Die Bäume haben da schon eine ganz andere Dimension. Wir haben bei dem Ausflug einen Affen, riesige Tausendfüßler und sehr schöne bunte Schmetterlinge gesehen. Für andere Tiere waren wir zu laut“, schildert Schinagl seine Eindrücke. Auf dem Programm stand auch ein Besuch in einer Flüchtlingsunterkunft. „Das ist dort anders als bei uns. Die Flüchtlinge dürfen arbeiten, sind gut integriert und kommen mit den Einwohnern gut aus.“
Besonders beeindruckt hat Schinagl die Lebensfreude der Menschen in Ghana. „Ich habe in der Zeit auch gelernt, mit wie wenig man eigentlich auskommen kann.“ Gut in Erinnerung sind ihm auch die Straßen. „Da waren so viele Schlaglöcher, dass man das kaum Straße nennen kann.“ Für Schinagl war die Zeit in Ghana sehr lehrreich und spannend. „Ich kann mir nun vorstellen, auch in Zukunft in dem Bereich Umweltschutz zu arbeiten.“


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