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WINDHAAG. Landtagsabgeordnete Maria Jachs tritt mit Ende dieser Wahlperiode den wohlverdienten Ruhestand an. Was sie in den vergangenen Jahren gerne gemacht hat, wie sie Familie und Beruf vereinbart hat und wie ihr ihre Krankheit neue Stärke verliehen hat, erzählt sie im Tips-Interview.

Maria Jachs nimmt mit zwei lachenden Augen Abschied von der Politik. Foto: Land OÖ/Stinglmayr
Maria Jachs nimmt mit zwei lachenden Augen Abschied von der Politik. Foto: Land OÖ/Stinglmayr

Tips: Empfinden Sie Wehmut, wenn Sie an Ihre politische Pension denken?

Jachs: Nein, ich habe keine Wehmut. Ich habe mich ja selbst dazu entschieden, in die Pension zu gehen. Die Politik stand in jungen Jahren ja nicht in meiner Lebensplanung.

Tips: Und wie sind Sie dann in die Politik bis in den Landtag gekommen?

Jachs: Über die Jugendarbeit in diversen Vereinen. Mit der Landwirtschaft und Familie war ich danach voll ausgelastet, wurde aber Orts- und später Bezirksbäuerin. Danach habe ich die Vorwahl zum Landtag gewonnen und bin so in den Landtag gekommen.

Tips: Geben Sie uns bitte einen Rückblick auf die vergangenen Jahre – wie war die politische Arbeit für Sie, was hat Sie geprägt?

Jachs: Es war schön und interessant, besonders dann, wenn man Menschen helfen können hat. Das Kennenlernen von so vielen Menschen war eine Bereicherung für mich. In meiner politischen Laufbahn war vor allem der Krankenhausskandal (Vorwurf Kunstfehler 1999, Anm.) mit den nächtelangen Sitzungen im Untersuchungsausschuss prägend. So habe ich mir die Politik damals nicht vorgestellt. Das zweite Prägende waren die Demonstrationen gegen Temelin. Bei den Grenzblockaden in Wullowitz war ich täglich anwesend. Auch zu Weihnachten und zu Silvester war ich an der Grenze. Wenn das Positive in der Politik nicht gewesen wäre, hätte ich dieses Amt nicht ausgeübt.

Tips: Wie haben Sie den sicher zeitaufwändigen Beruf und die Familie und Landwirtschaft vereinbaren können?

Jachs: Man braucht sicher viel Verständnis von der Familie, gerade als Frau. Vor allem vom Mann und den Kindern. Männer setzen es oft voraus, dass die Frau daheim bei den Kindern ist. Umgekehrt ist die Situation schwieriger. Durch die Unterstützung meiner Familie war der Beruf aber für mich möglich und den Kindern hat nichts gefehlt, sagen sie.

Tips: Wie hat sich die Politik in den vergangenen Jahren verändert?

Jachs: Die Technik mit den sozialen Netzwerken hat sich verändert, weniger die Politik. Früher musste ich meine Telefonate nach Sitzungen daheim erledigen. Dafür hat sich der Druck erhöht, immer und überall erreichbar zu sein.

Tips: Sie haben gesundheitlich eine schwierige Zeit hinter sich. Wie haben Sie sie gemeistert und was haben Sie daraus mitgenommen?

Jachs: Mein Amt hat mir dabei geholfen, nach dem Schlaganfall wieder auf die Beine zu kommen. Durch die Unterstützung der Partei und Landeshauptmann Josef Pühringer habe ich weiter machen und mich selbst fordern können. Es war ein schwerer Weg zurück und ich danke dem Herrgott, dass ich die Chance bekommen habe, wieder so zu werden wie vorher. Man lernt viel dabei, zum Beispiel konsequenter zu sein und auch einmal Nein zu sagen. Ich möchte anderen Mut machen, sich fordern zu lassen, dann kann man den Weg zurück schaffen.


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