Orgelmittag mit Zeman: Faszinierend und bezaubernd
SONNTAGBERG. Ein junger Vollblutmusiker an der Orgel, Julius Zeman, und die stimmlich hinreißende Sopranistin, Claire Elisabeth Craig, faszinierten die zahlreichen Zuhörer beim Orgelmittagkonzert auf dem Sonntagberg am 23. August 2020. (Rezension Peter Bubenik)

Die Sopranistin hat eine große raumfüllende Stimme. In ihrer Wiedergabe des „Laudamus te“aus der Messe in C von W. A. Mozart nahm sie diese Stimme immer wieder zurück, dann klang sie weich, zart und sanft, zugleich waren die perlenden Koloraturen zu bewundern, mit Leichtigkeit und souverän ohne jede Anstrengung kamen die Verzierungen, flockenrein. Die Phrasierungen auskostend und die Töne ansingend, sich entwickeln lassend, sang sie überzeugend und ungemein ansprechend. Ähnlich gelang auch das „Laudate dominum“ aus den Vesperae solemnes de Confessore von Mozart. Weicher Einsatz prägte den Beginn und aus dem Piano erblühte das „Laudate“, ja, das war traumhaft. Die Stimme und die musikalische Gestaltung wurden zum Erlebnis.
Anspruchsvolle Orgelwerke
Bemerkenswert an dem Konzert war der Solopart an der Orgel. Der Organist machte es sich nicht leicht. Er wählte durchwegs technisch und künstlerisch anspruchsvolle Werke für sein Programm. Er begann mit G. Muffats Ciacona, in der er seine Registrierkunst zeigte und man wusste bald, dass er die Barockorgel beherrscht. Der Beginn war dunkel, besinnlich, im stärkeren, lebhaften Teil konnte man das Musikantische in dem jungen Organisten erahnen.
Unterhaltsam und voll Lebenslust
Die verspielten, heiteren Flötenuhrstücke von J. Haydn gelangen unterhaltsam und strotzten vor Lebenslust. Das Andante von W. A. Mozart erklang bei Zeman anders als gewohnt. Es war eindrucksvoll, welche Farbe er durch verschiedene Registrierungen in dieses Werk brachte. Damit gelang auch die Hervorhebung des Hauptthemas und das Andante gewann damit sehr und konnte so den Zuhörern näher gebracht werden.
Akkordschläge prägten den Beginn der Partita von K. Kucharc. Ungemein bewegt, fortdrängend fegte das Werk dahin bis aus der Bewegung das österliche Alleluia-Thema entsteht und dann das Werk dominiert. Es ist ein ansprechendes, zugleich anspruchsvolles Stück, das das Thema verdichtet, vertieft und schließlich in bewegtem Orgelpleno schließt. Bewegt war das Publikum von dem Dargebotenen und applaudierte dauerhaft. Ein eindrucksvolles Konzert mehr in der Folge der Orgelmittagkonzerte!
Vorankündigung P. Florian Ehebruster
Das Orgelmittagkonzert am Sonntag, 30. August 2020, von 12 bis 12.30 Uhr in der Basilika Sonntagberg wird ein besonderes Erlebnis. P. Florian Ehebruster, Hausherr der Orgel, musiziert mit dem Trompeter Patrick Wentner und der Sopranistin Julia Heigl. Die Besetzung ist schon einmalig und die Künstler versprechen Wohllaut und Musikgenuss. Sie werden das berühmte „Halleluia“ von G. F. Händel zu Gehör bringen. G. Muffat, W. A. Mozart stehen weiters am Programm. Man darf sich auf das Musizieren der drei großartigen Künstler freuen. Dieses Orgelmittagskonzert ist zugleich der Abschluss der diesjährigen Orgelmittagssaison im Corona-bedingten schwierigen Jahr 2020.


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