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ZWETTL. Die Caritas steigt in die Flüchtlingsbetreuung in Zwettl ein und ist seit 1. Mai der Quartiergeber für subsidiär Schutzberechtigte und Asylwerber, das wurde nun im Zuge eines Gespräches bekannt gegeben. Damit wird der Verein Willkommen Mensch in Zwettl massiv entlastet. Eine Auflösung desselben gegen Ende des Jahres ist nicht ausgeschlossen.

  1 / 3   Auf eine gute Partnerschaft: Der Vorstand der Zwettler Flüchtlingsinitiative mit Beate Schneider (4.v.l.) und Christian Scheidl (2.v.r.), von der Caritas

„Es gibt bereits erste Gerüchte. Wir aber möchten, dass korrekte Infos rausgehen und das ist mitunter ein Grund, warum wir heute zu diesem Gespräch geladen haben“, freut sich Fritz Haslinger (Vorstandsmitglied Willkommen Mensch in Zwettl) über die zahlreich Erschienenen.

Bereits seit Jänner gibt es zwischen den beiden Organisationen Gespräche, in den letzten Wochen wurde es schließlich fixiert: Die Caritas wird ganz konkret für 15 subsidiär Schutzberechtigte und vier  Asylweber, die bislang in der Vereinsobhut waren, ein organisiertes Quartier bereitstellen, für den Zwettler Flüchtlingsverein eine enorme Entlastung. „Die Rahmenbedingungen haben sich seit der Gründung grundsätzlich geändert“, erläutert Obmann Andreas Cermak. „Wir waren damals der Annahme, dass die Leute irgendwann anerkannt werden.“ In den letzten Monaten gehe die Anerkennung vielfach zurück, es gäbe viele subsidiär Schutzberechtigte, die oft „wenig Chancen auf feste Bleibe haben“. Das geht auch auf die Substanz des Vereines, der das „über längere Zeit nicht aufrechterhalten kann“. Auch die finanziellen Zuwendungen, die das erste Jahr nach der Gründung von vielen Seiten kamen, gingen – vor allem im letzten halben Jahr – zurück. So drohten vor allem die Energiekosten das knapper werdende Budget zu sprengen. Die gefundene Lösung sei nun für alle Beteiligten von Vorteil. Zudem habe die Caritas weitaus umfassendere Möglichkeiten, was beispielsweise Rechtsberatung oder Therapiebetreuung betreffe.

Rahmenvertrag mit dem Land

Beate Schneider, unter anderem zuständig für den Fachbereich Asyl und Integration in der Caritas, klärte die Runde über die konkrete Situation auf. Im Zuge des abgeschlossenen Rahmenvertrages mit dem Land NÖ erhält die Caritas einen Tagessatz von 21 Euro pro betreuter Person, davon gehen sechs Euro direkt an den Flüchtling, vom Rest werden Miete, Betriebskosten, Einrichtung, Hygieneartikel und dergleichen bestritten. Auch muss die Caritas dafür sorgen, dass die Behördenwege erledigt werden. Tamer Henedy, bislang im Verein Willkommen Mensch tätig, wurde nun von der Caritas übernommen und betreut die Flüchtlinge weiterhin. Ebenso wird Christl Bauer mit ihrem fünfköpfigen Team weiterhin ehrenamtlich die Deutschkurse organisieren.

Auflösung oder Neugründung

Bis Jahresende gilt es nun zu überlegen, ob Willkommen Mensch in Zwettl als Verein aufgelöst wird oder ob Neuwahlen gewünscht sind. Nichts desto trotz: Eine gute Grundlage für die Geflüchteten ist geschaffen auch die ein oder andere Erfolgsgeschichte darf sich das tatkräftige Team des Vereins Willkommen Mensch in Zwettl auf die Fahne heften. Obmann Andreas Cermak wird seine Funktion in jedem Fall zurücklegen, bedankt sich aber am Ende des Abends bei allen Beteiligten: „Wir können schon stolz sein auf das Geschaffene!“ 


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