Neues Volleyball-Ausbildungszentrum: „Wir wollen das beste RAZ in NÖ werden“

Katharina Vogl Katharina Vogl, Tips Redaktion, 07.02.2019 19:00 Uhr

ZWETTL. Volle Kraft voraus heißt es rund um das neue Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) in Zwettl. Denn hierzulande gäbe es noch viel Aufholbedarf, was die Stärkung der Sportart Volleyball betrifft, ist der Trägerverein Union Raiffeisen Volleyball Waldviertel (URW) überzeugt. Warum man Volleyball unbedingt einmal ausprobieren sollte? Tips-Redakteurin Kathi Vogl hat bei einem Training in der SMS vorbeigeschaut.

„Es macht einfach Spaß, ich habe Volleyball am Strand im Griechenland-Urlaub für mich entdeckt und bemerkt: das ist genau meines“, meint Schüler Tobias ganz euphorisch. Heute trainieren die Volleyball-Nachwuchstalente der SMS Zwettl gemeinsam. Darunter auch Valentin, Patrick oder Johannes, sie könnten sich vorstellen, den Sport einmal beruflich auszuüben.

So wie ihr Trainer Michal „Mitch“, Peciakowski, der seine Bundesliga-Karriere an den Nagel hängte, um sich voll und ganz auf seine neue Funktion als RAZ-Leiter konzentrieren zu können. Denn die Visionen, die man sich bis 2025 gesteckt hat, sind ehrgeizig: 1000 Kinder mit einem wöchentlichen Training nachhaltig für Volleyball zu begeistern. Nicht nur das: über regelmäßige (RAZ-)Trainings sollen zukünftige nationale wie auch internationale Volleyball-Asse heranreifen.

Mit der Unterstützung vom Land NÖ und dem Volleyballverband NÖ sowie durch die Kooperation mit dem SPU Sparkasse Zwettl Volleyballteam und den beiden Partnerschulen, Gymnasium und SMS Zwettl, soll das auch gelingen. Aufgrund der begrenzten Trainingsmöglichkeiten rund um Zwettl wurde nun der Bau eines zusätzlichen Turnsaales bei der SMS Zwettl fixiert.

Ob Mitch die Bundesliga abgehe? Natürlich fehle der Schmäh in der Kabine oder die Unternehmungen, die zusammen mit den Jungs gemacht wurden. „Aber die Aufgaben, die ich jetzt habe, sind derart sinnstiftend und bereichernd für mich“, erzählt Mitch. Zudem könne er erstmals wieder Skitouren unternehmen, ohne Angst vor Verletzungen zu haben oder in Ruhe mit seiner Familie zu Abend essen, „um diese Tageszeit habe ich meine Kids früher nur selten gesehen“.

Neues RAZ-Konzept vorgestellt

Viel Aufbauarbeit wartet noch auf den Trainer, denn der offizielle Startschuss für das waldviertelweite RAZ wurde nun im Zuge einer Präsentation gesetzt. Dazu waren neben Vertretern des Landes NÖ und dem NÖ Volleyballverband auch Waldviertels Bürgermeister sowie Schulvertreter in die Zwettler Stadthalle eingeladen. „Leider ist nur ein Drittel der Gemeindechefs gekommen, auch die Schulen kamen eher aus dem Einzugsgebiet des Bezirks“, zeigt sich URW-Obfrau Silvia Atteneder ein wenig enttäuscht.

Nichts desto trotz sei die Präsentation hervorragend verlaufen, das Feedback war toll. „Es gibt erste Anmeldungen, einige Schulen haben sich bereits bei mir gemeldet“, meint Mitch. Er mache sich keine Illusionen - so werde es dauern, bis das RAZ im Waldviertel angelaufen ist, „Aber das was wir wollen, ist definitiv eine Bereicherung für die Region zu sein.“ So gäbe es in vielen Gemeinden zwar Beachvolleyballplätze, darunter aber einige, die nicht bespielt werden, hier könnte man beispielsweise ansetzen, zählt der RAZ-Leiter einen Vorteil für die Gemeinden auf, auch die Bindung an die Region könne über den Sport gut gelingen.

Volleyball in die Schulen bringen

Besonders am Herzen liegt es ihm aber, Kinder für Bewegung und letztendlich für Volleyball zu begeistern. Dies soll über die Waldviertler Schulen gelingen, die Mitch aktiv ansprechen wird. Neben Trainings und Workshops möchte er interessierten Lehrern und Coaches mit Lehrmaterial und Tipps unter die Arme greifen, des Weiteren bietet er Unterstützung bei der Gründung einer Schülerliga-Mannschaft oder beim Anmelden von Bewerben an. Ein ganz besonderes Zuckerl: das Showtraining mit der Bundesliga-Mannschaft. „Wir wollen den Schulen anfangs eine gute Basis, ein Werkzeug bieten, das dann allerdings selbstständig wachsen soll“, erläutert Mitch.

Keine Konkurrenz zu Fußball

Im Gegensatz zum weit verbreiteten Fußball gibt es nicht einmal eine Handvoll aktiver Volleyball-Teams im Waldviertel, auch das möchte man damit ändern und Volleyball als Breitensport etablieren. „Es ist Platz für beide Sportarten und sollte nicht in Konkurrenz ausarten“, ist Mitch überzeugt.

Ein Plädoyer für Volleyball

Und warum sollte man Volleyball unbedingt einmal ausprobieren? „Jeder Trainer wird seine Sportart anpreisen, aber Volleyball ist wirklich einzigartig“, schmunzelt Mitch. So sei es eine der anspruchsvollsten und gleichzeitig eine der sozialsten Sportarten überhaupt, wo Teamgeist sehr gefragt ist. Man könne es Indoor als auch Outdoor betreiben, Mädels als auch Jungs können im Mix spielen – die physische Überlegenheit ist hier obsolet –, es ist die beliebteste Sportart am Strand und nicht zuletzt gibt es Bundes- und Landesliga-Helden zum Angreifen vor Ort, zeigt sich Mitch begeistert.

Volleyball habe ihm persönlich alles gegeben, einen Beruf als auch Familie, schließlich lernte er dadurch nicht nur das Waldviertel kennen und lieben, sondern auch seine Frau.

„Wir wollen das beste RAZ in NÖ werden, ich glaube, dass wir das auch schaffen“, zeigt sich URW-Obfrau Silvia Atteneder wie immer motiviert. Daher wird neben Geld noch viel mehr in das neue Volleyball-Ausbildungszentrum in Zwettl gesteckt: nämlich jede Menge Herzblut und Energie.

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