London-WM-Bilanz: Andras Onea schwimmt zweimal in die Top Sechs
ZWETTL/LONDON. In London gingen die Weltmeisterschaften im Para-Schwimmen zu Ende. Das vierköpfige österreichische Team kehrt mit einer Bilanz von vier Finalteilnahmen nach Hause zurück. Zwei davon schwamm Andreas Onea. Der gebürtige Zwettler erreichte bei über 100 Meter Brust Platz fünf und über 200 Meter Lagen Platz sechs.

Für Andreas Onea begannen die Titelkämpfe unvorteilhaft. Bereits im Vorlauf über 100 Meter Schmetterling kam es zu einer Disqualifikation aufgrund eines vermeintlichen technischen Fehlers. „Ich habe die Disqualifikation nicht verstanden. Mein Trainer und ich haben das Rennen auf Video komplett durch analysiert und jeder Zug war regelkonform. Die Schultern müssen zu jedem Zeitpunkt parallel zur Wasseroberfläche sein, was auch bei mir der Fall war. Weil ich aber zu langsam war, haben wir auf einen Protest verzichtet und lieber am Tag danach die Technik nochmals von einem Schiedsrichter-Team kontrollieren lassen.“, so der Heeressportler nach der Verarbeitung des ersten Schocks.
Sechster Platz im Hauptbewerb
Mit erfolgter Bestätigung der geschwommenen Technik konnte Onea beruhigt in seinen Hauptbewerb über 200 Meter Lagen starten. Nach einem souveränen Auftritt im Vorlauf mit einer Zeit von 2:33,94 Minuten konnte der 27-Jährige im Finale nur um 0,4 Sekunden zulegen und beendete seinen Hauptbewerb am sechsten Platz. „Die 200 Meter Lagen waren der Bewerb, in dem ich die größten Chancen für eine Medaille gesehen habe. Leider habe ich meine beste Leistung nicht abrufen können und somit hat dann doch ein bisschen was auf 2:27 Minuten zur Medaille gefehlt. Die technische und schwimmerische Umsetzung war aber sehr zufriedenstellend, das lässt mich sehr positiv in die Zukunft blicken. Einzig an der Geschwindigkeit muss ich jetzt in der letzten Phase des Paralympics-Zyklus noch arbeiten, dann geht der Plan voll auf und ich bin mir sicher, dass ich weiter nach vorne schwimmen kann.“, blickt Andreas Onea zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben.
Mit guter Qualität auf den fünften Platz
Zum Abschluss der Wettkämpfe gelang es ihm über 100 Meter Brust zwei Mal Saisonbestleistung zu schwimmen und mit einer Zeit von 1:13,79 Minuten den fünften Platz im Endlauf zu sichern. „Die 100 Meter Brust haben mich ganz besonders gefreut. Ich bin diese Zeiten noch nie mit so wenig Zügen und in dieser Qualität geschwommen. Mein Trainier Gerhard Pukl sagt immer, dass wir meine Leistung wie eine Lasagne Schicht für Schicht aufbauen. Ich freue mich also schon auf die oberste Schicht nächstes Jahr, die Basis ist auf jeden Fall erfolgreich erarbeitet worden.“, schmunzelt Onea im Hinblick auf die nächste Saison mit der EM in Madeira im Mai und den Paralympics in Tokio 2020 als Höhepunkten.
Über Andreas Onea
Andreas Onea ist österreichischer Para-Schwimmer. Im Laufe seiner Karriere gewann er unter anderem neun Silber- und Bronzemedaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Bei seiner dritten Paralympics-Teilnahme in Rio 2016 erfüllte er sich mit dem Gewinn von Bronze über 100m Brust den großen Traum einer Paralympics-Medaille. Nach einem schweren Autounfall im Mai 1998, bei dem ihm der linke Arm amputiert wurde, startete Onea mit dem Schwimmen als Therapie. Er schwimmt für den BSV Weißer Hof und zusätzlich für die Schwimm-Union Wien, wo er zeigt, dass Inklusion von Para-Sportlern im Umfeld von SportlerInnen ohne Behinderung möglich ist. Neben dem Sport widmet sich Onea einem MBA-Studium und moderiert die ORF-Sendungen „Licht ins Dunkel“ und „Ohne Grenzen“.


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