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Aus für Zwettler Butter, dennoch: Regionalität muss großgeschrieben werden

Katharina Vogl, 04.12.2015 18:00

EDELHOF. Zu einer spannenden Podiumsdiskussion luden „Die Grünen Zwettl“ am Donnerstag den 3. Oktober in die Fachschule Edelhof. Im Mittelpunkt stand die wirtschaftliche Entwicklung der Stadtgemeinde Zwettl vor dem Hintergrund der bevorstehenden Schließung der Molkerei. Viele offene Fragen - wie die Nachnutzung oder die grundsätzliche regionale Entwicklung rund um Zwettl – sollten an diesem Abend angesprochen werden.

  1 / 7   Eine Abordnung der Grünen Zwettl war vor der Podiumsdiskussion schon in der Zwettler Innenstadt unterwegs, um mit Butterbroten auf die Schließung der Molkerei aufmerksam zu machen. Foto: Die Grünen

Unter der Moderation von Grünen-Bezirkssprecher Andreas Piringer diskutierten die Direktorin der LFS Edelhof Michaela Bauer, selbst Landwirtin, die Obfrau der Grünen Zwettl, Silvia Moser, Vorstandsmitglied der NÖM AG, Josef Simon, Christof Kastner vom Wirtschaftsforum Waldviertel und Wirtschaftsstadtrat und Vizebürgermeister Johannes Prinz (VP).

Die Ausgangssituation

Zwei Produktionsstandorte der NÖM, nämlich Hartberg und Zwettl, sollen zugunsten der neuen zentralen Verarbeitungsstelle in Baden geschlossen werden. Josef Simon (NÖM) begründet die Zusammenlegung vor allem mit  wirtschaftlichen und logistischen Argumenten: Am Standort Zwettl wären hohe Investitionen von Nöten gewesen und das sei für eine einzige Produktgruppe – die Buttererzeugung – betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Simon bestätigt die derzeitigen Verkaufsverhandlungen bezüglich des Areals in Zwettl und versucht zu beruhigen: „Wir verhandeln mit ernsthaften Investoren und nicht mit Immobilienspekulanten.“ Für die 1.000 Waldviertler Milchbauern werde sich durch die Zusammenlegung jedenfalls nicht viel ändern.

Ein Nachfolgebetrieb, der einerseits möglichst viel Arbeitsplätze schafft, und andererseits regionale Produkte überregional verkauft, so äußerte Wirtschaftsstadtrat Johannes Prinz seinen Weihnachtswunsch in Bezug auf die Nachnutzung. Silvia Moser, Obfrau der Grünen, sieht die Abwanderung des Betriebes durchaus kritisch, nicht zuletzt aufgrund des Wegfalls von Arbeitsplätzen. Moser ist überzeugt, dass der Trend bei Produkten hin zur Regionalität gehe: „Und die Grundidee hierbei ist, auch in der Region zu veredeln - von Regionalität kann aber nicht die Rede sein, wenn ich die Waldviertler Milch 100 Kilometer weit weg transportiere“, entgegnet die Grünen-Obfrau. Die Milch in Baden werde in 26 europäische Nationen geliefert, das bringe wesentliches Kapital wieder zurück in die Region, versucht NÖM-Vorstandsmitglied Simon das Argument zu entkräften.

„Aufgeklärte Konsumenten“ sind wichtig

Durch rege Wortmeldungen aus dem Publikum wurde das Thema schnell von der Schließung der Molkerei hin zu Marktkonzentration, TTIP und Preisverfall bäuerlicher Produkte gelenkt. „Ich bin froh, dass wir einen regionalen Player haben“, meint Christof Kastner angesichts der internationalen Konzentration am Markt in Richtung NÖM. Er plädiert für mehr Bewusstsein seitens des Konsumentens, man müsse ihm den großen Nutzen der Regionalität verdeutlichen. Die Direktorin der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof Michaela Bauer stimmt dem zu und betont in diesem Zusammenhang die regionale Kreiswirtschaft, die in der Schule gelebt wird: Im Zuge des Hofladens können die selbst erzeugten Produkte erworben werden, „wichtig ist es mir, dass das regionale Bewusstsein auch an die Schüler weitergegeben wird.“

Eine Wertschätzung der Lebensmittel zu erreichen, sich auf die eigenen Stärken besinnen, intelligente Produkte zu erzeugen und „eine Spur schneller und gscheiter zu sein als die andern“ das könne zusammengefasst ein potentielles Erfolgsrezept für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region sein – im Gegensatz zum Jammern, so die Schlussmeldungen von Podium und Publikum. Und damit ging die hitzige Diskussion schließlich zu Ende.


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